Seit Jahren ist das Adventskonzert in Aedermannsdorf ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Thal. Das ist auch daran ersichtlich, dass die für das Dorf eigentlich überdimensionierte Pfarrkirche bereits einige Zeit vor Beginn der ersten Töne bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Bereits die Eröffnungsfanfare «Christian awake» von Paul Lovatt-Cooper, gespielt von der Konkordia Aedermannsdorf unter Leitung von Bernhard Wüthrich, zeigte den grossartigen Brass Sound, mit welchem die Formation aufwarten kann. «O holy Night» von Adolphe Adam, eine getragene Weihnachtsmelodie, sehr musikalisch und fehlerfrei vorgetragen von Benedikt Eggenschwiler auf dem Euphonium, liess das Publikum ein erstes Mal in Euphorie geraten.

Besonders gespannt war man auf die «Ouvertüre 1812» von Piotr Iljitsch Tschaikowski. Dieses Werk stellt den russischen Sieg über die französischen Truppen Napoléons im Jahre 1812 dar. Die hohen Schwierigkeiten wurden sehr gut gemeistert. Ungenauigkeiten verzeiht der sakrale Raum der Kirche mit seiner speziellen Akustik.

Ad-hoc-Chor zum Advent

Nun war die Reihe am Adventschor Aedermannsdorf, bei welchem sich die beiden Dirigenten Fredy Aeschlimann und Alex Schütz in die Leitung teilten. Dieser Chor wird jedes Jahr ausschliesslich für dieses ein Konzert gebildet und ist aus dem Programm dieses Anlasses nicht wegzudenken. «Grundstein» bildet der Männerchor Liederkranz Aedermannsdorf, welcher sich jeweils für einige Monate mit Frauenstimmen aus der Region zusammentut.

Der Adventschor trug vier Lieder «Engel in den Himmel singen» von Willi Gohl, «Shine your Light» von Aas, «Lord Reign in me» von Brown und «Nun kommt schon bald das Weihnachtsfest» von Ball erfrischend und rein vor. Es zeugt von grossem musikalischem Geist, wenn eine Ad-hoc-Formation in so kurzer Zeit ein Programm solcher Qualität einstudieren kann.

Manchmal wünschte man sich eine Spur mehr Frechheit, wirkte der Chor doch zeitweise etwas zaghaft. Den Forderungen des Publikums nach einer Zugabe wurde mit «Weihnacht, frohe Weihnacht» Rechnung getragen, was lang anhaltenden Applaus einbrachte.

Russische Weihnacht

Mit «Folk Festival» von Dmitri Schostakowitsch startete die Brass Band Konkordia Aedermannsdorf zu ihrem zweiten Teil. Ein technisch wie musikalisch grossartiges Stück, das Leichtigkeit verlangt. Diesen Ansprüchen wurde die Formation vollauf gerecht.

Mit den beiden Stücken «Carol oft he Bells» und «Procession oft he Sirdar» ging das Programm mit weiteren Werken aus dem Osten Europas weiter. Zum Abschluss zeigte die Brass Band noch einmal alle musikalischen Facetten mit dem 4. Satz aus der «Russian Christmas Music» von Alfred Reed. Riesiger Applaus und die Forderung nach Zugaben war der Lohn für das toll vorgetragene Programm. Mit «Stille Nacht, heilige Nacht» brachten sich Musiker und Publikum endgültig in Weihnachtsstimmung. (bba)