Geschichtsträchtig ist der Ort, an dem die Gäuer Spielleute ihre Generalversammlung abhielten. Im Dachgeschoss der Schälismühle in Oberbuchsiten, Wohnhaus des berühmten Gäuers Adam Zeltner, konnte die Präsidentin Margot Leuenberger die zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder der Gäuer Spielleute begrüssen. Dass die Versammlung hier stattfand, hat einen guten Grund. Nach sieben erfolgreichen Theaterproduktionen auf der Heubühne in der Lochmatte in Härkingen beginnt 2015 eine neue Ära. Das neue Stück der Spielleute wird im Freien vor der Schälismühle aufgeführt. Am 21. August wird die Premiere sein.

Abschied von der Lochmatte

Bevor die Mitglieder jedoch Genaueres über das neue Projekt erfuhren, blickte Margot Leuenberger auf das Vereinsjahr 2014 zurück. Wie immer zwischen zwei Produktionen war das Jahresprogramm 2014 nicht dicht gedrängt. Nebst dem Besuch des Theaterstücks «Via Mala» auf dem Ballenberg und der Schlossspiele Falkenstein in Niedergösgen galt es dieses Jahr auch noch, Hand anzulegen. Die Heubühne in der Lochmatte wollte wieder in ihren Originalzustand zurückgeführt werden. Im Laufe der Jahre wandelte sich nämlich die Heubühne voll und ganz zur Theaterbühne.

Dank der vielen helfenden Hände und guter Planung konnte die Heubühne innert kurzer Zeit geräumt werden. An all den weggeräumten Holzlatten, Paletten, Vorhängen, und Requisiten hängen viele Erinnerungen, die den einen oder anderen ein wenig wehmütig werden liessen. Die einmalige Heubühne von Cécile und Bernhard Jäggi war seit 2001 das heimelige Zuhause der Spielleute und ist wohl allen ans Herz gewachsen.

Würdigen Ersatz gefunden

Umso besser, dass mit der Schälismühle in Oberbuchsiten ein ebenbürtiger neuer Spielort gefunden werden konnte. Wie bereits an der Generalversammlung 2014 angekündigt, ist es nun definitiv, dass die Spielleute hierher ziehen. Mit den Verantwortlichen des Vereins Freunde der Schälismühle besteht eine gute und herzliche Zusammenarbeit und die Vorarbeiten für das neue Stück sind in vollem Gange. Christoph Schwager, Autor und Regisseur des neuen Stücks, stellte das Projekt und den Stand der Dinge gleich selbst vor. Das grösste Novum wird sicher sein, dass das Stück im Freien stattfindet. Die Fassade der Schälismühle samt Kapelle dient als eindrückliche Kulisse. Und als Inhalt drängte sich natürlich die Geschichte der Mühle, respektive seines berühmten Bewohners Adam Zeltner, förmlich auf.

Wer war Adam Zeltner wirklich?

Christoph Schwager hat gründlich über das Leben Adam Zeltners und seiner Zeitgenossen recherchiert, was in diesem Fall gar nicht so einfach war. Über Adam Zeltner gibt es nicht sehr viel historisch Belegtes. Klar ist unter anderem, dass er von 1605 bis 1653 lebte, dass er Schälismüller in Oberbuchsiten und Untervogt war. Und natürlich, dass er 1653 geköpft wurde.

Mit der Aufführung «Adam Zeltner – ein Leben zwischen Mühlen» bringen die Gäuer Spielleute ein historisches Stück auf die Bühne, das vom Leben der Menschen im 17. Jahrhundert erzählt, von ihren Sorgen, der Unzufriedenheit mit der Regierung, vom Bauernkrieg und vom Bestreben eines Mannes, mit Vernunft weiter zu kommen als mit Waffen.

Tragik und Unterhaltung koppeln

Wie immer war es Christoph Schwager wichtig, das Stück trotz der darin enthaltenen Tragik unterhaltsam daherkommen zu lassen. Und obwohl «Adam Zeltner» im 17. Jahrhundert spielt, ist ein Bezug zur heutigen Welt nicht übersehbar, was natürlich ebenfalls eingeflochten wird.

Alles in allem darf man gespannt sein auf einen neuen Spielort, auf eine fantastische Kulisse, auf ein Freilichttheater voller Emotionen und wie immer mit begeisterten Darstellerinnen und Darstellern der Gäuer Spielleute.