Laupersdorf
Abschied nach über 38 Jahren als Dirigent

Die Brass Band Frohsinn hat am Samstag in der Mehrzweckhalle Kreuzacker in Laupersdorf ihren Dirigenten Heinz Sinniger verabschiedet. Dieser wurde zum Ehrendirigenten ernannt.

Rudolf Schnyder
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Ein letztes Mal begeisterte die Brass Band Frohsinn unter der Leitung von Heinz Sinniger mit ihrem vielfältigen Programm.

Ein letztes Mal begeisterte die Brass Band Frohsinn unter der Leitung von Heinz Sinniger mit ihrem vielfältigen Programm.

Markus Müller

Das diesjährige Jahreskonzert der Brass Band Frohsinn Laupersdorf in der mit Publikum bis zum letzten Platz besetzten Mehrzweckhalle «Kreuzacker» war mit «Highlights, das Beste, kunterbunt» betitelt. Es war das Abschiedskonzert von Dirigent Heinz Sinniger, der während 13 Jahren das Laupersdörfer Musikkorps sehr erfolgreich musikalisch leitete.

Seine absoluten Höhepunkte waren der Sieg beim Solothurner Blasmusikpreis in der Kategorie C (2005), die beiden ersten Ränge in der vierten Klasse am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Montreux (2007) und in der dritten Klasse am Kantonalen Musikfest in Wolfwil (2009) sowie die Auftritte am Marché Concours in Saignelégier und am Umzug an der OLMA in St.Gallen.

1040 Musikproben in 13 Jahren

Der letztjährige Höhepunkt war das 19. Solothurner Kantonal-Musikfest in Kriegstetten, wo die BB Frohsinn in der dritten Klasse Brass Band den hervorragenden dritten Rang belegte. Heinz Sinniger, der 1979 auf dem Euphonium am Musikwettbewerb in Laupersdorf siegte, hat während 38 Jahren zwei Musikkorps dirigiert, nämlich während 25 Jahren die Musikgesellschaft Birrwil AG und während 13 Jahren die Brass Band Frohsinn Laupersdorf. «Immer hat ihn sein Ehrgeiz und seine Professionalität ausgezeichnet und er verstand es sehr gut, uns Musikantinnen und Musikanten stets zu motivieren und aus jedem Einzelnen das für ihn Maximale herauszuholen, wobei er die Kameradschaft und das Gesellige sehr schätzte», erwähnte Thomas Brunner, Repräsentant der BB Frohsinn, bei der Würdigung des Dirigenten.

Heinz Sinniger hat in den 13 Jahren 1040 Musikproben in Laupersdorf geleitet und mit seinem Auto bei der Hin- und Rückfahrt von Winznau nach Laupersdorf rund 62 000 Kilometer zurückgelegt. Unter tosendem Applaus des sich von den Stühlen erhobenen Publikums wurde Heinz Sinniger zum Ehrendirigenten ernannt. «Ich werde nun den Dirigentenstock nach über 38 Jahren an den berühmten Nagel hängen und mich wieder mehr meiner Familie widmen und auch wieder selber als Bläser bei der Musikgesellschaft Winznau aktiv werden», schilderte Heinz Sinniger dem Publikum seine Zukunftsvisionen.

Eröffnet wurde das Konzert durch vier Bläserinnen und Bläser der Frohsinn-Kids unter der Leitung von Musiklehrer Hans Burkhalter (Zuchwil). Sie spielen und üben erst seit anderthalb Jahren und boten gekonnt schon einfache Stücke dar, besonders hervorzuheben sind «Echos», wo das Euphonium den Cornets antwortet, das «Klatschlied» mit Einbezug des Publikums oder ein Duett Waldhorn (Hans Burkhalter) und Euphonium.

Virtuos und rasant

Die Brass Band Frohsinn spielte zum Beginn des vierzehnten und letzten Konzertes des Dirigenten Heinz Sinniger den schmissigen «Parade-Defiliermarsch» von Anton Ambrosch. Bei «Erin Shore», ganz fein beginnend mit einem Cornet-Solo (Dagmar Brunner), konnte sich das Publikum zurücklehnen und die wunderschöne Melodie geniessen. Höhepunkte des ersten Konzertteils waren «Great Western Themes», arrangiert von Darrol Barry, mit bekannter Musik aus verschiedenen Westernfilmen und «Alphorn-Ballade» von Dennis Armitage, wo Solist Stefan Fluri, der in der Brass Band Euphonium spielt, dem Alphorn meisterhaft gespielte Naturtöne entlockte. Abgeschlossen wurde der erste Konzertteil mit «Dr Heimatvogel» von Carl Hess, dessen Melodie vor allem durch das Lied «S’het deheim e Vogel gsunge» mit einem Text des Solothurner Mundartdichters Josef Reinhart bekannt ist. Jasmin Dietschi führte zum zehnten und leider zum letzten Mal einmal mehr charmant, witzig und schlagfertig durch das Programm. Zwischendurch baute sie Flash-Interviews mit verschiedenen im Saal anwesenden Protagonisten, die Reminiszenzen zu Heinz Sinniger erzählten und ihn als Dirigenten würdigten. So erfuhr das Publikum, wie es dem ehemaligen Präsidenten Peter Dietschi gelang, Sinniger als Dirigenten zu gewinnen, wie Sinniger’s Handy den Weg zur ARA Falkenstein in Oensingen fand oder wo Sinniger in Zukunft in Laupersdorf noch anzutreffen sein wird. Der zweite Konzertteil wurde mit dem fanfarenhaften «Olympic Spirit» von John Williams eröffnet. Und alsbald gab es eine Überraschung: «Heinz, es fällt uns schwer, nach den vielen guten Jahren, kommst Du nicht mehr», wurde zur Verblüffung des Dirigenten plötzlich gesungen.

Virtuos und rasant spielte Solist Marco Schaad «Xylophonia» von Joe Green auf dem Xylophon und auch hier verlangte das Publikum eine Zugabe. Mit der fetzigen Melodie «Crazy Little Thing Called Love» von Freddie Mercury (Queen), «Lady Madonna» von Paul Mc Cartney (The Beatles) und der Polka «Böhmischer Traum» von Norbert Gälle, wurde das vielfältige, unterhaltende, fantastische Konzert, welches das Publikum restlos begeisterte, abgeschlossen.