Oensingen

Abos für den Ortsbus gibts nicht mehr einfach so

Der Ortsbus Oensingen, hier beim Schulhaus Oberdorf: Nicht immer ist der Andrang so gross, wie hier zu sehen ist.Bruno Kissling

Der Ortsbus Oensingen, hier beim Schulhaus Oberdorf: Nicht immer ist der Andrang so gross, wie hier zu sehen ist.Bruno Kissling

Die Kosten für persönliche Jahresabonnemente für Schüler für den Oensinger Ortsbus sind viel zu hoch. Jetzt sollen Mehrfahrtenkarten Abhilfe schaffen.

Schülerinnen und Schüler aus Oensingen sollen gratis mit dem Ortsbus zum Schulhaus Oberdorf und zurück nach Hause fahren können. Die Kosten für die persönlichen Jahresabonnements übernimmt die Gemeinde. So wurde es versprochen, als die Einführung des Ortsbusses beschlossen wurde. Das Angebot gilt vorerst während der dreijährigen Versuchsphase des Busses.

Doch nun, acht Monate nach dem Start des Busbetriebs musste sich der Gemeinderat ernsthaft überlegen, ob dieses Angebot wirklich richtig ist. Denn die Kosten sind sehr viel höher als angenommen. Mehrfahrtenkarten sollen nun Abhilfe schaffen.

Viele Abos gar nicht gebraucht

Im August wurde bekannt, dass bei der Gemeindeverwaltung rund viermal mehr Checks für den Bezug eines persönlichen Schülerabonnements abgeholt wurden. Gerechnet hatte man mit 47, bis Ende Juli waren jedoch bereits 187 Checks bezogen worden. Das heisst, statt der budgetierten 25 000 wird die Gemeinde nun 99 297 Franken aufbringen müssen. Wenig erfreut war man im Gemeinderat darüber, dass offenbar viele der bezogenen Abos selten oder gar nie benutzt werden. Feststellen lässt sich dies relativ leicht anhand der Belegungszahlen im Bus.

Es dürfe nicht sein, dass der Steuerzahler Geld ausgibt für etwas, das nicht gebraucht wird, lautete das Fazit des Gemeinderats bei der ersten Beratung des Themas Mitte August. Lösungsvorschläge wurde zwar präsentiert, doch keiner konnte voll überzeugen.

Nicht wortbrüchig werden

In der Sitzung vom vergangenen Montag nun wurden überarbeitete Lösungen vorgelegt. Weiterfahren wie bisher wurde ausgeschlossen. Gewisse Zustimmung erhielt die Variante, pro Jahresabo wären 50 Franken selber zu bezahlen. Dadurch würden die Checks bzw. Abos nicht mehr einfach so abgeholt. Doch dann würde man wortbrüchig, befand man allgemein im Rat. Mindestens während der Pilotphase müsse der Transport für Schüler gratis bleiben.

Schliesslich einigte man sich für die Variante Mehrfahrtenkarten; ausgearbeitet wurde diese von Verantwortlichen der Gemeinde und Postauto. Das funktioniert so: Die Gemeinde kauft einen Vorrat an Karten – gültig für eine Zone – und gibt diese nach Berechtigungsprüfung ab, maximal zwei Stück auf einmal. Da die Karten gekennzeichnet sind, können sie nicht umgetauscht werden. Kann eine Schülerin bzw. ein Schüler nach einer gewissen Zeit nachweisen, dass die Karten wirklich gebraucht worden sind, so kann ein Jahresabo bezogen werden. Das System mit den Mehrfahrtenkarten soll umgehend in Kraft treten. Die Eltern werden direkt per Brief darüber orientiert.

Beitrag für Samichlaus und «önziger»

Der STV Oensingen organisiert den Samichlaus und Schmutzli fürs Dorf. Nun sollten die Kostüme ersetzt werden, Kostenpunkt für je 15 Stück: 5200 Franken. Der Verein ersuchte die Gemeinde um einen Beitrag von 5000 Franken. Ob dies wirklich Sache der Gemeinde sei, wurde im Rat gefragt. «Ja», lautete die mehrheitliche Antwort. Dies sei als Beitrag ans Kulturleben in Oensingen zu verstehen.

Aus derselben Überzeugung heraus wurde entschieden, dass sich die Einwohnergemeinde weiterhin federführend an der Dorfzeitschrift «önziger» beteiligt. Der Gemeinderat lobte das Medium einhellig, sowohl für Inhalt als auch für die Gestaltung, und sprach dafür ein jährliches Kostendach von maximal 40 000 Franken. Die Idee, mit Inserateverkauf Einnahmen zu generieren wurde verworfen.

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