Oensingen
Abbruch: Das Dietschi-Haus soll keine Attraktion werden

Das für die SRF-Sommerserie «Leben vor 500 Jahren» gebaute Bauernhaus in Oensingen, in dem die Kestenholzer Familie Dietschi während drei Wochen lebte, soll bald abgebrochen werden.

Erwin von Arb
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Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer
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Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer
Die Gemeinde hat ein Absperrgitter um das Bauernhaus gestellt
So sieht das Dietschi-Haus heute aus
Dietschi-Haus in Oensingen
So sieht das Dietschi-Haus heute aus
Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer
Der Brunnen beim Dietschi-Haus in Oensingen
So sieht das Dietschi-Haus heute aus.
Rückblick: Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
In diesem offenen Stall hausten die Schweine der Familie Dietschi während des Sommerprojektes
Heute sehen die Stallungen so aus
Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Christoph Dietschi bei der Arbeit im Rahmen des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Der bepflanzte Garten des Bauernhauses während des SRF-Sommerprojektes
In dieser Küche mussten die Dietschis drei Wochen lang kochen
Die Familie Dietschi vor dem Bauernhaus

Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer

Erwin von Arb

Nach Abschluss der vom 17. Juli bis 4. August dauernden SRF-Sommerserie «Leben vor 500 Jahren» ist in Oensingen wieder Ruhe eingekehrt.

Vorbei sind die drei Wochen, in welchen täglich Hunderte von Schaulustigen auf das Schloss Neu Bechburg pilgerten, um dort bei der jeweils von Montag bis Freitag um 19 Uhr ausgestrahlten Sendung aus erster Hand zu erfahren, wie die sechsköpfige Familie Dietschi aus Kestenholz das dem Mittelalter nachempfundene Leben bewältigt.

Familie Dietschi und ihr Abenteuer Mittelalter
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Freunde und Familie hiessen die Familie in Kestenholz willkommen.
Dietschis am Frühstückstisch: Sie geniessen das erste üppige Zmorge zurück zu Hause.
Das Familienfoto vor dem Projekt...
... und in mittelalterlichen Klamotten. Für die Sendung gabs für jeden je ein farbiges Obergewand aus Wolle, einen Mantel und ein Paar Schuhe. Dazu zwei Garnituren weisse Unterkleider aus Leinen.
So sah das Frühstück auf dem mittelalterlichen Bauernhof aus
In dieser Küche mussten Dietschis für drei Wochen kochen.
Während des Projektes musste sich die Familie um den Hof und auch die Tiere kümmern.
Einmal gings in die Kirche
Ein Team von SRF war stets dabei
Für den Markt mussten Dietschis ganz viele Zwiebelzöpfe flechten
Maurin und Simon bewiesen sich am 1. August als Knappen.
Wer Mehl will, muss zum Müller ins Nachbardorf wandern.
Dietschis mussten sich fürs Projekt in einem Casting beweisen

Familie Dietschi und ihr Abenteuer Mittelalter

Bruno Kissling

Im Garten gedeiht Gemüse

Inzwischen sind die Dietschis längst wieder in die moderne Zivilisation zurückgekehrt. Während ihres dreiwöchigen Experiments mussten sie offenbar nicht Hunger leiden, wie ein Blick in den Garten neben dem eigens für die Sendung hinter der Burg aufgebauten Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert zeigt. Dort spriessen erntebereit Krautstiel, Lauch und Kabis sowie verschiedene Kräuter. Noch gegenwärtig, wenn auch nur in Form des Geruchs ihrer Auscheidungen sind beim Stall die Schweine.

An seinem angestammten Platz steht auch noch das Bauernhaus mit Strohdach. Es ist allerdings nicht möglich, dieses zu besichtigen, weil die Gemeinde Absperrgitter aufgestellt hat.

Dies hat auch Daniela Ankli Otter aus Oensingen festgestellt, als sie bei einem Spaziergang mit ihrem Hund aus Neugierde einen Blick auf den Hof der Dietschi werfen wollte. «Hier ist kein Leben, der Ort ist einfach, mehr ist das nicht», bemerkt die 45-jährige, um dann weiter ihres Wegs zu ziehen.

Nichts sagen will ein etwa 50-jähriger Oberaargauer, als er erfährt, dass er in den Medien zitiert werden könnte. Er bestätigt lediglich, wegen der SRF-Sendung nach Oensingen gekommen zu sein.

In den Urzustand bringen

Er wisse, dass es solche Touristen gebe, allerdings bislang nur vereinzelt, sagt Kurt Zimmerli, Präsident der Stiftung Neu Bechburg. Dass sich der Bauernhof vor den Schlossmauern zum Publikumsmagneten entwickelt, sei aber nicht erwünscht, stellt Zimmerli klar.

Mit den Landbesitzern sei vereinbart worden, den Hof möglichst bis Ende September abzubauen und das Gelände wieder in den Urzustand zu bringen. Dass dies geschehe, sei Sache der SRF-Verantwortlichen.

Auf Anfrage bestätigt «Schweiz aktuell»-Redaktionsleiter Basil Honegger Verhandlungen mit fünf Interessenten für den mittelalterlichen Hof. Im Fokus stehe der Wiederaufbau an einem anderen Ort.

Als Preis steht der Rückbau auf Kosten des Käufers zur Diskussion. Honegger hofft noch diesen Monat auf einen Abschluss der Verhandlungen. Wann der Rückbau erfolge, sei derzeit noch offen.

Gute Einschaltquoten

Oensingen behalte er in guter Erinnerung. Wegen des tollen Rahmenprogramms auf Schloss Neu Bechburg und wegen der guten Einschaltquoten. Über alle 15 Sendungen habe die Quote im Durchschnitt 42,5 Prozent mit gut 350 000 Zuschauern betragen.

Zu den Kosten der Sendung in Oensingen hält sich Honegger bedeckt. Sie seien aber nicht höher, als bei den ähnlichen SRF-Sommerserien der Vorjahre.

Was erlebten Dietschis im Schatten der Burg? Hier unser Blog zum Sommerprojekt: