Oensingen

Ab Sommer gibts an der Schule Oberdorf ein umfassendes Tagesschul-Angebot

Die Pilotphase ist vorbei. (Themenbild)

Die Pilotphase ist vorbei. (Themenbild)

Oensingen bietet ab Sommer nach einer Pilotphase erstmals eine ordentliche Tagesschule an. Seit 2011 war es lediglich ein Mittagstisch.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Bald schon werden die Schülerinnen und Schüler die neuen Stundenpläne erhalten. Von diesem Zeitpunkt an beginnt für die Eltern der Oensinger Schulkinder die zehntägige Anmeldefrist zur Tagesschule.

Vor acht Jahren startete Oensingen mit einem Mittagstisch. Im Sommer nun bietet die Gäuer Metropole nach einer Pilotphase erstmals eine ordentliche Tagesschule an. Der Gemeinderat behandelte im Mai das dazugehörige Konzept, das die Arbeitsgruppe Tagesschule erarbeitet hat. Mit dem im Jahr 2011 entstandenen Mittagstisch unternahm Oensingen einen ersten Schritt, um die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit zu fördern. In der Folge führte die Gemeinde 2014 über die Elternbefragung eine Bedarfsanalyse durch, mit welcher sie überprüfte ob es eine Nachfrage gäbe, wenn das Angebots erweitert würde. Im Schuljahr 2015/2016 bot Oensingen als Pilotprojekt erstmals einen Mittagstisch und eine Nachmittagsbetreuung an. «Allerdings nur an einem Tag der Woche», sagt Selina Hänni, die zuständige Gemeinderätin rückblickend.

Steigende Nachfrage

Im Juni 2016 entschied der Gemeinderat sich dazu, die Pilotphase um ein weiteres Jahr zu verlängern und auf weitere Tage auszudehnen: Neu waren Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung am Montag, Dienstag und Donnerstag im Angebot. Die Gemeinde beobachtete, wie sich die Teilnehmerzahl von Semester zu Semester entwickelte und stellte ein Wachstum fest: Im ersten Semester hatten sich zwei Kinder angemeldet, im vierten Semester der Pilotphase bereits acht.

Als sich 2017 der Schulhausneubau im Oberdorf und die infrastrukturellen Veränderungen in einem der bestehenden Schulhäuser abzeichneten, beschloss der Gemeinderat, im Rahmen dieses Umbaus Räumlichkeiten für die Tagesschule einzuplanen. Nachdem die Schulleitung nach Ostern bereits den Neubau freigeben konnte (wir berichteten), finden bis im Sommer 2020 weitere Umbauarbeiten im alten Oberdorf-Schulhaus statt. Im bestehenden Gebäude wird künftig die umfassend gestaltete Tagesschule stationiert sein. Sie wird gemeinsam mit der Eröffnung des Neubaus im Sommer 2020 eingeweiht. Die Tagesschule startet dennoch bereits im kommenden Schuljahr: So beschloss der Gemeinderat, fürs Schuljahr 2019/2020 eine Zwischenlösung anzubieten und ein Konzept zu erarbeiten. Zuvor hatte die Gemeinde noch einmal eine Elternbefragung durchgeführt. Wie Gemeinderätin Selina Hänni berichtet, war die Nachfrage gross: «Die Hälfte der Eltern sprach sich dafür aus, die Nachmittagsbetreuung weiterzuführen.»

Das Konzept der 2017 gegründeten Arbeitsgruppe Tagesschule klärt die Tarifordnung, die Organisationsformen und die Finanzierung der Tagesschule. «Wir haben uns mit anderen Tagesschulen ausgetauscht und deren Konzepte analysiert», sagt Hänni. Nachdem Oensingen das Tagesschule-Pilotprojekt bislang ohne formelles Betriebskonzept durchführte, liegt dieses nun vor. Es definiert beispielsweise, dass die Tagesschule organisatorisch der Schulleitung Oberdorf unterstellt ist.

Nach den Sommerferien baut Oensingen das Angebot im Vergleich zur bisherigen Nachmittagsbetreuung aus. Neu gibt es im Schulhaus Oberdorf mit Ausnahme des Mittwochs an allen Werktagen (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag) bis um 17.15 Uhr eine betreute Tagesschule. In Zukunft wird die Tagesschulleitung gemäss Konzept jedes Jahr eine Analyse durchführen, um zu eruieren, ob die Gemeinde das Angebot erweitern soll. Hänni geht davon aus, dass sich 35 Kinder zum Mittagstisch anmelden. Am Nachmittag seien es bestimmt weniger. «Wir hoffen jedoch, dass sich das Angebot herumspricht, damit noch mehr Eltern als bisher von diesem Angebot profitieren», so Hänni. Die Tagesschule wird vollumfänglich von der Gemeinde und den Eltern finanziert. Hänni sagt zum Finanziellen: «Uns ist wichtig, dass das Angebot so niederschwellig wie möglich ist.»

Der Mittagstisch kostet pro Kind 9.50 Franken (bei Spontananmeldungen 12 Franken). Für die Nachmittagsbetreuung verrechnet die Gemeinde pro Modul 7 Franken pro Kind (ab dem zweiten Kind 6 Franken). Leicht teurer als bisher ist die Hausaufgabenhilfe. Sie kostet neu 5 Franken (früher 3 Franken).

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