Im Rahmen des zweiten Massnahmenpakets von «Via sicura» treten am 1. Januar 2014 gesamtschweizerisch mehrere Änderungen im Strassenverkehrsrecht in Kraft. So werden beispielsweise Automobilistinnen und Automobilisten ab diesem Zeitpunkt mit 40 Franken gebüsst, wenn sie tagsüber ohne Licht fahren.

Für Markus Scherrer aus Wangen ist Tagfahrlicht schon länger nichts Besonderes mehr. Der Werbefachmann und Marketingplaner fährt «seit jeher» immer mit Licht, weil «mein Auto mit Licht cooler aussieht als ohne. Früher haben mich alle angeblinkt, weil sie wollten, dass ich es ausschalte». Inzwischen sei das Lichtanschalten im Auto für ihn «fast schon ein Reflex» und «ungewohnt, wenn jemand ohne Licht herumfährt. Man sieht ihn dann weniger gut». Scherrer findet permanentes Tagfahrlicht sinnvoll, «auch wenn man dies nicht unbedingt zur staatlichen Pflicht hätte machen müssen».

Fahrzeuge nachrüsten ist möglich

«Seit x-Jahren schon» gehört das automatische Tagfahrlicht bei Neuwagen zur Standardausrüstung, sagt Michael Kiefer, Verkaufsassistent bei der Hägendörfer BMW-Vertretung Garage Zbinden AG. «Bei Audi und BMW gibt es die Fahrzeuge seit 2008 ab Werk serienmässig mit Tagfahrlicht.» Dabei wird laut Kiefer die LED-Technologie angewandt. «Manche Fahrzeuge haben einen automatischen Modus, wodurch man das Tagfahrlicht manuell gar nicht ausschalten kann.

Bei modernen Fahrzeugen wird alles über einen Sensor geregelt, der die Stärke des Aussenlichts erkennt und das Abblendlicht zuschaltet und reguliert.» Damit brennt das Tagfahrlicht – wie das Abblendlicht – permanent, solange die Zündung eingeschaltet ist und der Motor läuft.

Wer das Licht bei seinem Auto nicht mehr manuell einschalten will – beziehungsweise ab 1. Januar 2014 permanent einschalten muss –, kann das Fahrzeug technisch nachrüsten lassen. «Es gibt – jedenfalls von BMW – Nachrüstsätze, die man von Hersteller her einbauen kann», erklärt Michael Kiefer. Die Kosten dafür liegen – «ganz unterschiedlich je nach Modell» – zwischen 300 und 500 Franken.

Apropos Kosten: Permanentes Tagfahrlicht bedeutet für Autofahrer auch einen Mehrverbrauch an Benzin. Dem stimmt der Zbinden-Verkaufsassistent zwar grundsätzlich zu, schränkt aber ein: «Der Mehrverbrauch ist in einem kaum spürbaren Rahmen, der für uns geschäftlich zu vernachlässigen ist.» Und: «Mittlerweile sind die Motoren so sparsam, dass der Autofahrer es nicht spürt.» Michael Kiefer findet das Tagfahrlicht «eine gute Sache, auf jeden Fall verbunden mit einem Sicherheitsaspekt und wenig Mehrenergie. Das ist der richtige Weg».

Nicht gleich büssen, aber ...

Nach Angaben von Mediensprecherin Thalia Schweizer wird die Kantonspolizei Solothurn die Automobilistinnen und Automobilisten ab 1. Januar 2014 zwar nicht speziell auf brennende Lichter kontrollieren, aber im Rahmen der normalen Kontrollen darauf schauen. In der ersten Phase wolle man «die Leute nicht gleich büssen, sondern sie darauf aufmerksam machen, dass das Gesetz geändert hat».

Man könne aber nicht ausschliessen, dass ab Anfang Januar schon Bussen verteilt würden. Eine solche würde 40 Franken kosten. «Von Anfang an zu büssen ist nicht verboten; das Gesetz ist ab 1. Januar in Kraft.» Ob jemand aber gleich gebüsst werde oder nicht, liege in Hand des jeweiligen Polizisten, der dies individuell entscheiden könne. «Wenn die Sicht ohnehin nicht optimal ist, beispielsweise an einem Morgen, wenn es noch düster ist, könnte es eine Busse geben.»