Laupersdorf
8000 Franken braucht es damit in Laupersdorf die Zeit nicht mehr still steht

Die Kirchturmuhr der Pfarrkirche St. Martin in Laupersdorf liefert seit einiger Zeit nur akustische Zeitangaben. Die Zeiger stehen still. Im Dorf wird mittlerweile gemunkelt die Kirchgemeinde habe kein Geld um die Uhr reparieren zu lassen.

Alois Winiger
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Den Zeigern der Kirche St. Martin fehlt derzeit der Antrieb.

Den Zeigern der Kirche St. Martin fehlt derzeit der Antrieb.

Wie eigenartig: Es ist früher Nachmittag in Laupersdorf, vom Turm der Pfarrkirche St. Martin her sind zwei volle Stundenschläge zu hören, aber die Uhrzeiger stehen auf zwölf. Des Rätsels Lösung: Die Steuerung für die Zeiger ist kaputt gegangen. Weil dieser Stillstand schon einige Zeit andauert, wird im Dorf herumgeboten, man habe kein Geld, um die Uhr reparieren zu lassen.

«Natürlich ist das Geld da»

«Quatsch!», entfährt es Ruedi Schnyder, Präsident der katholischen Kirchgemeinde. «Natürlich ist das Geld da, aber wir können es nicht einfach so husch-husch ausgeben.» Eine Spezialfirma habe die Sache untersucht und gemeldet, im Steuermechanismus sei ein Bestandteil defekt, der speziell angefertigt werden müsse.

«Der Kostenvoranschlag lautet auf rund 8000 Franken», sagt Schnyder. «Für diesen Betrag bräuchten wir im Grunde genommen die Zustimmung der Kirchgemeindeversammlung, der Rat hat nur Kompetenz bis 5000 Franken.» Trotzdem habe man den Reparaturauftrag erteilt und werde der Versammlung einen Nachtragskredit vorlegen.

«D'Zyt isch do, Zyt isch do ...»

Die Zeiger bei Zwölf Uhr stehen zu lassen, ist laut Schnyder in solchen Fällen üblich. Unser Vorschlag: Spätestens wenn sich die Zeiger wieder bewegen, ist der Zeitpunkt gekommen, ein Lied von zwei Solothurnischen Kulturschaffenden anzustimmen. Der Text stammt von Josef Reinhart, (1875–1957) die Melodie von Casimir Meister (1869–1941): «D’Zyt isch do, Zyt isch do ...»