Welschenrohr
60-jähriges Jubiläum von Jungwacht und Blauring mit vielen Highlights

Bei prächtigem Sommerwetter blickten die Mitglieder von Jungwacht und Blauring Welschenrohr auf die 60 Jahre ihres Bestehens zurück.

Walter Schmid
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60-jähriges Jubiläum von Jungwacht und Blauring Welschenrohr
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Das OK und die Helfern.
Scharleiterin Céline Schneider und Lagerleiter Nico Antenen, treibende Kräfte in der Jubla.
Der ref. Pfarrer Jürg von Niederhäusern (Balsthal) und kath. Pfarrer Raymund Obrist hielten den ökumenischen Gottesdienst am Altar aus Strohballen.
Alt und Jung Strohpuppen
Auf der Wiese oberhalb der Sollmatt: Jublahof

60-jähriges Jubiläum von Jungwacht und Blauring Welschenrohr

Walter Schmid

Mit einem Apéro für die Ehemaligen und die Sponsoren wurde der Anlass eröffnet und am Samstag mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst fortgesetzt. In diversen Ateliers konnten die Kinder unter Anleitung ihr gestalterisches Geschick unter Beweis stellen.

Lebhafte Gespräche

Im freien Feld in der Sollmatt beim Bauernhof der Familie Brunner errichteten die Leute der Jubla an einem wunderbaren Ort ihr Festgelände. Sie bauten für ihre Gäste ein grosses Zelt, das Schutz vor Regen oder Sonne bieten sollte. Auf dem Jublahof, wie sie das Festareal nannten, versammelten sich am Freitagabend zahlreiche ehemalige Jungwächter, zum Teil von weit her angereist. OK-Präsident Mike Germann konnte zudem zahlreiche Gäste und Sponsoren begrüssen. Und bald entwickelten sich lebhafte Gespräche über vergangene Zeiten, über Lagergeschichten, über Episoden aus der Jungwacht- und Blauring-Zeit.

Gottesdienst in freier Natur

Mit Gitarrenklängen begleitete der reformierte Pfarrer von Niederhäusern aus Balsthal mit jungen Musikantinnen die Lieder im ökumenischen Gottesdienst. Angereist aus der Ostschweiz begrüsste der katholische Pfarrer Raymund Obrist seine ehemaligen Gläubigen der Pfarrei Welschenrohr. Er wirkte von 2000 bis 2014 als Pfarrer und somit auch als Präses von Jungwacht und Blauring, zu deren Jungen er ein gutes Verhältnis pflegte. In ihren Worten wiesen die beiden Pfarrherren auf die Bedeutung der Jugendgruppen hin. «Ein guter Austausch in Gruppen führt zu Toleranz gegenüber andern Menschen, hilft deren Begabungen zu schätzen, Stärken zu bewundern und Schwächen zu akzeptieren und so Grenzen zu überwinden und Mauern abzubauen», stellte Pfarrer Obrist in seiner Predigt fest. Am improvisierten Altar aus Strohballen lasen anschliessend die Jungen die Fürbitten.

Basteln in diversen Ateliers

Nach Älplermagronen und Cervelats eröffneten die Leiter die verschiedenen Ateliers für Alt und Jung. Da wurden Bändeli geknüpft, Buttons gedruckt, Puppen gebastelt, Honigkerzen bemalt, Linoleum geschnitzt. Auf einem grossen Erdball tollten die Kinder übers Land, bis zum gemeinsamen Schlussspiel und zum Abschluss der Feierlichkeiten, die sich bis in späten Abendstunden hinzogen. Ein durchaus gelungener Anlass, organisiert von jungen Leuten, fand damit einen guten Abschluss.

Aktive Jubla

«Unsere Jubla funktioniert gegenwärtig gut», erklärte Scharleiterin Céline Schneider. Rund 15 Kinder besuchen regelmässig die Gruppenstunden. Das Leiterteam umfasst elf Leute, alle mit J+S-Ausbildung. Jungwacht und Blauring helfen in der Pfarrei tatkräftig mit, so in Familiengottesdiensten, ökumenischen Anlässen, Rorate-Gottesdiensten, beim Frühstück-Buffet. «Höhepunkt im Vereinsleben ist jedoch immer das Lager, das wir in den Herbstferien durchführen», berichtete Nico Antenen, der Lagerleiter. Der Lagerort sei jedoch noch geheim. Mit rund 30 Teilnehmern rechne man, natürlich sind das viel weniger als früher, bedingt durch die kleineren Jahrgänge und das grosse Freizeitangebot.

Bewegte Geschichte

Jungwacht und Blauring Welschenrohr haben eine bewegte Geschichte, wie ein kurzer Rückblick nach Aufzeichnungen von Urban Fink-Wagner zeigt. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es am 20. April 1958, die Jungwachtschar St. Theodul zu gründen. Präses war der damalige Pfarrer Otto Meier. Und Erwin Flück «Tarzan» war der erste Scharführer. Bereits im ersten Jahr wurde in der Mieschegg-Hütte das erste Sommerlager durchgeführt. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Schwierigkeiten, oft war die Schar am Aufgeben. Ein Hoch war im Jahre 1995 zu verzeichnen, als 69 Teilnehmer im Doppelstockbus nach Châtelard im Wallis ins Lager fuhren. Viel zu reden gab das Projekt Militärbaracke als Ersatz für das abgebrochene Liechti-Haus, wo die Jungwächter ihr Lokal hatten. «Das Projekt war doch eine Nummer zu gross und musste wegen der hohen Kosten fallen gelassen werden», schreibt Urban Fink-Wagner in seinem geschichtlichen Abriss vor zehn Jahren. In der Garage beim Pfarrhaus konnten sich die Jungwächter häuslich einrichten. Es entstanden ein Lagerraum, ein Gruppenraum und ein Leiterraum. So scheint der Fortbestand der Jubla-Schar gesichert, die Leiter und Leiterinnen schauen zuversichtlich in die Zukunft.