Amtsgericht

32 Mal eingebrochen - Thaler Berufsverbrecher muss fast 6 Jahre in Haft

32 Mal ist der Thaler eingebrochen. (Symbolbild)

32 Mal ist der Thaler eingebrochen. (Symbolbild)

32 Einbrüche hat Riccardo U.* begangen. Auch Kirchen verschonte er nicht. Jetzt muss der 26-Jährige, der eine schwere Kindheit hatte, ins Gefängnis – allerdings weniger lange als die Staatsanwältin gefordert hatte.

Riccardo U.* ist ein unbelehrbarer Berufsverbrecher und muss für 5 Jahre und 9 Monate ins Gefängnis. Dies entschied das Amtsgericht Thal-Gäu, das den 26-jährigen Balsthaler schuldig sprach, insgesamt 32 Einbrüche banden- und gewerbsmässig begangen zu haben.

Dazu kamen Verurteilungen wegen mehrfachen Betrugs, Urkundenfälschung, Hehlerei, Zechprellerei, Sachbeschädigung und vieles mehr. «Die einschlägigen Vorstrafen fallen ins Gewicht», heisst es in der Urteilsbegründung. Straferhöhend wirkte sich auch aus, dass Riccardo U. sogar während des laufenden Verfahrens weiter kriminell aktiv blieb. Kaum durfte er auf Bewährung aus dem Gefängnis, ging er wieder auf Diebestour.

Er hinterlässt mehr als 200 000 Franken Gesamtschaden

Die Liste der Opfer ist lang. Riccardo U. brach im Thal in Kirchen, Gewerberäume, Modegeschäfte, Hotels und Privatwohnungen ein. Er schloss Handyverträge ab und mietete teure Fernseher, nur um die Smartphones und die HD-Bildschirme umgehend zu verkaufen.

Er belastete die Kreditkarten von Bekannten mit Zehntausenden Franken, plünderte das Bankkonto einer Ex-Freundin und benutzte heimlich das Telefon anderer, um sein Online-Pokerkonto mit Geld aufzuladen. Obwohl der Sozialhilfeempfänger und zweifache Vater überschuldet und bereits wegen Diebstahls vorbestraft war, gelang es ihm, sich mit falschen Angaben einen Privatkredit über 20 000 Franken zu ergaunern. Der Gesamtschaden beläuft sich auf über 200 000 Franken.

In einem Punkt gab es auch einen Freispruch

Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren gefordert. Mit dem Urteil des Amtsgerichts hat nun die Gesellschaft während 5 Jahre und 9 Monaten Ruhe vor dem Berufsverbrecher. Es war nämlich die hohe Rückfallwahrscheinlichkeit, die bei der Urteilsbemessung schwer wog. Daran änderten auch die schwierige Jugend mit heroinsüchtigen Eltern und Heimaufenthalten wenig.

Immerhin gab es zwei Freisprüche: Beim Anklagepunkt der Nötigung stellte sich heraus, dass es sich um eine Falschanschuldigung handelte. Bei der Drohung standen sich die Aussagen diametral gegenüber und das Gericht entschied im Zweifel für den Angeklagten. Das gab einen «Rabatt» von 5 Prozent bei den Verfahrenskosten und so muss Riccardo U. dem Staat «nur» 19 000 Franken zurückzahlen. Dazu kommen die um ein Vielfaches höheren Zivilforderungen.

* Name geändert.

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