Überaus gross war der Aufmarsch zum 30. Ritterschlag im gewölbten Keller von Schloss Neu Bechburg. Auf Einladung der Bürgergemeinde, vertreten durch den kompletten Bürgerrat, waren Angehörige der Rittergilde anwesend sowie Kurt Zimmerli, Präsident vom Stiftungsrat Schloss Neu Bechburg. Nach der Begrüssung durch Bürgerpräsident Remo Liechti sowie durch den Obmann der Seniorengruppe Roggenfluh, Hansueli Loosli, folgte die Stunde des Rittschlags. Um diese Anerkennung zu erhalten, müssen einhundert Stunden Fronarbeit im Schlosswäldli geleistet werden.

In der Tat wird im Verlaufe eines Jahres in Hunderten von Stunden durch die Mitglieder der Seniorengruppe Roggenfluh dafür gesorgt, dass die Umgebung um das Schloss herum gehegt und gepflegt wird. Umfassend ist denn auch die Auflistung an erledigten Arbeiten. Mit 1568 Arbeitsstunden war es in den letzten elf Jahren die zweithöchste Stundenzahl, die registriert wurde. Im Jahr 2014 haben an 12 Arbeitsnachmittagen im Mittelwert 30 Personen teilgenommen. Bürgerpräsident Remo Liechti dazu: «Eine Riesenleistung, die nicht bezahlbar ist.»

Nach 100 Stunden gehts weiter

Graf zu Neu Bechburg, Urs Hammer, nahm den Ritterschlag vor. Die Ehrentafel ist zwischenzeitlich auf insgesamt 82 Ritterinnen und Ritter gewachsen. Dazu beigetragen haben neu: Hans Habegger (130 Stunden), Walter Rieder (117), Martha Mooser (111), Kurt Bobst (110), Urs Baumgartner (109 und Bruno Kölliker (104). Verbunden mit dem Ritterschlag, wird mit einer Urkunde und einer speziellen Medaille der geleistete Einsatz verdankt. Dass der 100-Stunden-Grenze noch nicht Feierabend ist, zeigt sich darin, dass noch zwei weitere Ehrungen anstanden: Bernhard Bobst (525) und Urs Nünlist (322) erhielten je zusätzlich ein Goldvreneli für ihren grossartigen Einsatz.

Das Überraschungsmoment stand aber noch an. Graf Urs Hammer, der eigentlich schon für im vergangenen Jahre seinen letzten Auftritt verkündet hatte, war nochmals dazu zu bewegen, den Gang aufs Schloss zu machen. Bisher gab es erst zwei Grafen zu Bechburg in der über dreissig jährigen Geschichte der Seniorengruppe: Urs Hammer sowie Franz Baumgartner (verstorben im Oktober 2014). Nun wurde Hansruedi Baumgartner, der sichtlich überrascht war über diese Auszeichnung, aufgrund seiner grossen Verdienste zum 3. Grafen zu Bechburg ernannt.

Stiftungsratspräsident Kurt Zimmerli sprach der versammelten Runde seinen Dank aus. Er verdeutlichte: «Die Stiftung ist zuständig für die Erhaltung des Schlosses. Das Schloss und seine Umgebung müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Stiftung wäre gar nicht in der Lage, die Pflege selbst durchzuführen beziehungsweise diese zu finanzieren.» Per Ende 2014 wurden über 41 000 Arbeitsstunden geleistet. Dies und die finanzielle Unterstützung durch die Bürgergemeinde seien enorm wichtig.