Egerkingen

3 Millionen sind fällig: Soll die Badi saniert oder geschlossen werden?

Die Badi in Egerkingen hat eine Sanierung dringend nötig.

Die Badi in Egerkingen hat eine Sanierung dringend nötig.

Die Gemeindeversammlung von Egerkingen muss am 19. Juni über die Zukunft des Schwimmbades entscheiden. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass die gesamte Wassertechnik ersetzt werden muss, was die Gesamterneuerung deutlich teurer macht als bisher angenommen.

Das 1969 und 1970 zusammen mit der gleichnamigen Schulanlage gebaute Schwimmbad Mühlematt muss dringend saniert werden. Ein erster Anlauf dafür wurde vom Gemeinderat bereits Mitte April 2015 unternommen, nachdem im August 2014 die Badesaison wegen eines Rohrleitungsbruchs vorzeitig beendet werden musste.

Damals wurde mit Kosten von 1,8 Mio. Franken für die Gesamterneuerung gerechnet. Weil sich in der Zwischenzeit herausstellte, dass die Wassertechnik komplett ersetzt werden muss und die Erstellung des Springerbeckens aus sicherheitstechnischen Gründen eine Vergrösserung des bestehenden Bassins zur Folge hat, sind die Kosten mittlerweile auf 3 Mio. Franken angestiegen.

Das vorliegende Konzept sieht eine Trennung des Schwimmer- und Nichtschwimmerbeckens sowie den Bau eines Kinderplanschbeckens vor. Mit Blick auf die lange Lebensdauer hat sich der Gemeinderat für die Auskleidung des Beckens mit einer Edelstahlwanne ausgesprochen.

Diese hat eine voraussichtliche Lebensdauer von 50 Jahren. Die aktuell im Schwimmbad eingesetzte Folie muss hingegen nach jeweils 15 bis 20 Jahren ausgewechselt werden, kostet aber nur unwesentlich weniger als der Einbau einer Edelstahlwanne. Letztmals ersetzt wurde die Folie vor 23 Jahren.

Rohrleitungsbruch jederzeit möglich

Mit Blick auf die nötige Sanierung des Schwimmbades wurden die für dessen Weiterbetrieb nötigen Investitionen zurückgestellt, wie Bauverwalter Markus Thommen auf Anfrage erklärt. Die Gesamterneuerung des Schwimmbades beurteilt der Bauverwalter als dringlich. Er begründet den Handlungsbedarf auch mit dem zu schwach dimensionierten Rohrleitungssystem bei der Wassertechnik.

Ein Rohrleitungsbruch wie im August 2014 könne jederzeit wieder auftreten. Fraglich sei zudem, wie lange die altersschwache Folie noch geflickt werden könne. Diese Saison scheint zumindest gesichert, die Folie wurde ein weiteres Mal erfolgreich instandgestellt.

«Keine Alternative»

Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 19. Juni den für die Gesamterneuerung des Schwimmbades notwendigen Kredit von 3 Mio. Franken zur Annahme. «Wir haben keine andere Alternative, wenn das Schwimmbad nicht geschlossen werden soll», sagt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi. Der Gemeinderat stehe geschlossen hinter diesem Entscheid.

Sie finde, dass es der Gemeinde Egerkingen gut anstehe, über ein eigenes Schwimmbad zu verfügen. Allerdings rechnet der Rat offenbar nicht damit, dass der Kredit vom Souverän einfach so durchgewinkt wird, und hat deshalb die Gemeindeversammlung im für viel Publikum Platz bietenden Gemeindesaal im Mühlemattschulhaus angesetzt.

Autor

Erwin von Arb

Erwin von Arb

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