Niederbuchsiten
233'000 Franken für eine neue Strasse

An der Gemeindeversammlung in Niederbuchsiten sagten die Einwohner Ja zu neuen Parkplätzen und einer neuen Strasse neben der Schule.

Philipp Felber
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Der Ringweg soll zu einer Strasse ausgebaut werden.

Der Ringweg soll zu einer Strasse ausgebaut werden.

Bruno Kissling

Die brennendste Frage kam erst zu Ende der Gemeindeversammlung in Niederbuchsiten zur Sprache. Wie geht es weiter auf dem Areal der kürzlich abgerissenen «Linde» im Dorfzentrum? «Ich habe von ein paar Leuten im Dorf gehört: Ein solcher Würfel gehört doch nicht dahin», zeigte sich ein Einwohner skeptisch gegenüber der geplanten Überbauung und wollte gleichzeitig wissen, wie weit die Planung sei.

Gemeindepräsident Markus Zeltner wusste Antwort: «Das Vorprojekt wurde so vom Kanton genehmigt, grössere Änderungen an der Form sind nicht mehr möglich. Auch weil der Gestaltungsplan bereits freigegeben ist.»

Momentan sei der Gemeinderat in der Planungsphase und beschäftige sich mit der Parkplatzsituation. Ob eventuell gar eine Tiefgarage möglich sei, ist momentan eine offene Frage. Wenn auch diese Frage geklärt werden kann, wird darüber befunden, wer als Bauherr auftritt. «Wir werden das Gespräch suchen und dann entscheiden, ob die Einwohnergemeinde, ein Investor oder gar die Bürgergemeinde den Bau übernimmt», so Zeltner weiter.

Zuvor hatten die Einwohnerinnen und Einwohner einen Kredit zum Bau einer neuen Strasse abgesegnet. Sie wird künftig die Dorfstrasse mit dem Ringweg verbinden und soll zugleich das Parkplatzproblem rund um das Schulhaus lösen. 36 zusätzliche Parkplätze werden erstellt, dazu eine 4,5 Meter breite Strasse mit einem baulich nicht abgegrenzten Fussgängerstreifen.

Die bestehenden Bäume sollen nicht gefällt werden. Die neue Strasse soll noch in diesem Jahr fertig werden. Allerdings wird der Baubeginn aus nachvollziehbaren Gründen erst nach der Dorf-Chilbi sein. Dafür sprachen die 19 anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner 233'000 Franken.

Über 300'000 Franken Gewinn

Das eigentliche Haupttraktandum des Abends, die Verwaltungsrechnung des letzten Jahres, gab nur kurz zu diskutieren. Aus der Versammlung wurde der Ruf nach günstigeren Wasserpreisen laut, weil man in der Spezialfinanzierung Wasser zusätzliche Abschreibungen machen könne und zudem noch Eigenkapital gebildet habe.

Aufgrund der Bautätigkeiten an der Dorfstrasse, welche auch die Wasserversorgung mitzutragen habe, sei es momentan sinnvoller, die Wasserpreise nicht zu reduzieren, äusserte sich Markus Zeltner dazu.

Die Rechnung wurde daraufhin einstimmig angenommen. Und auch die Nachtragskredite, die in Niederbuchsiten bereits bei einer Abweichung nach oben von 10'000 Franken nötig werden, wurden, bei einer Enthaltung, angenommen. Die Rechnung wurde von Finanzverwalterin Ursula Altermatt zum letzten Mal nach HRM1 präsentiert und schloss mit einem Gewinn von über 300'000 Franken.

Erfrischend die Haltung des Gemeinderats zum neuen Reglement zu den Verwaltungsgebühren. Markus Zeltner präsentierte ein extrem schlankes Reglement.

So werden etwa die Tarife für die Anlassbewilligungen nicht in verschiedene Arten unterteilt, wie auch vom Verband der Solothurner Einwohnergemeinden vorgeschlagen, sondern es wird lediglich ein Mindestansatz von 50 Franken definiert und der Rest nach Aufwand verrechnet.

Und auch die Anmeldung im Dorf bleibt für Schweizer Bürgerinnen und Bürger gratis. Dies wurde von der Versammlung offenbar goutiert und einstimmig rückwirkend auf den 1. Januar 2016 in Kraft gesetzt.