Wolfwil
22 Länder in 16 Monaten: Zu Fuss nach China und wieder zurück

Nach einer 16-monatigen Reise nach China kehrten Simon Niggli und sein Begleiter am Samstag nach Wolfwil zurück.

Rahel Bühler
Drucken
Teilen
Simon Niggli (dritter v.l.),sein Kollege Christoph Obmascher sowie Gemeindepräsident Georg Lindemann (rechts) beim von Treichlern, Fahnenträgern und der Bevölkerung begleiteten Einmarsch gestern in Wolfwil.BRUNO KISSLING
6 Bilder
Chinawanderer Simon Nigglig Kehrt nach Wolfwil heim

Simon Niggli (dritter v.l.),sein Kollege Christoph Obmascher sowie Gemeindepräsident Georg Lindemann (rechts) beim von Treichlern, Fahnenträgern und der Bevölkerung begleiteten Einmarsch gestern in Wolfwil.BRUNO KISSLING

Bruno Kissling

Ihre Reise führte sie weit in den Osten und wieder zurück. Insgesamt besuchten der Wolfwiler Simon Niggli und sein österreichischer Kollege Christoph Obmascher 22 Länder in 16 Monaten. Nun sind die beiden gestern Samstag nach Wolfwil zurückgekehrt. Genau nach Plan, wie Niggli bestätigt: «Wir wollten im Frühling zurückkommen, wenn es wieder warm ist.»

Eindrückliche Gastfreundschaft

Nachdem die beiden im letzten Oktober ihr Ziel, die Kleinstadt Kashgar im Westen von China, erreicht hatten, sind sie quer durch Asien bis nach Vietnam gereist, wo sie ein Projekt der Hilfsorganisation «World Vision» besuchten. Von dort traten sie die knapp zweimonatige Heimreise über die Philippinen, Japan, Hongkong, Polen, die Slowakei und Österreich an. Allerdings nicht nur zu Fuss, sondern auch mit Bahn, Bus und Flugzeug: «Ab Hongkong verlief die Reise sehr schnell», sagt Niggli und ergänzt: «Nach zwölf Stunden Flugzeit waren wir schon wieder in Europa. Die Strecke, die wir in zehn Monaten zu Fuss absolvierten, war innert Stunden überflogen.» Es sei schon ein wenig komisch gewesen, nach so langer Zeit wieder in Europa anzukommen, meint er.

Beim Start
15 Bilder
Wir haben Wien erreicht
Kappadokien in der Türkei
Kloster Noravank in Armenien
Georgien, eine Abkühlung tut gut
Morgenstimmung auf dem Kaspischen Meer
Chiva, Usbekistan
Pamir Gebirge in Kirgistan
China - wir sind da!
Lhasa in Tibet
Nepal, auf dem Gipfel angekommen
Reisfeld in Vietnam
Vietnam, bei meinem Patenkind
El Nido, Philippinen
Hongkong

Beim Start

zvg

Als Höhepunkte ihrer Reise bezeichnet der Wolfwiler die Ankunft in China sowie das Treffen mit seinem Patenkind in Nordvietnam. Am besten gefallen hat es Simon Niggli nach eigenen Angaben in Vietnam: «Dort stimmt alles: Freundliche Menschen, abwechslungsreiche Landschaften und herrliches Essen», schwärmt er. Eindruck hat auch die Gastfreundschaft der Bevölkerung gemacht, dies vor allem in Serbien, der Türkei und Usbekistan. «Je weniger die Menschen hatten, desto mehr wurde geteilt», bilanziert Niggli.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Weniger gut gefallen hat es Niggli im Nordwesten Bulgariens, wo heruntergekommene Städte das Bild prägten. Auch habe es mühsame Momente gegeben, wie zum Beispiel als sie in einem Hotelzimmer in Usbekistan von der Polizei kontrolliert und all ihre Fotos überprüft wurden. Ans Aufgeben dachten die beiden Abenteurer nie: «Klar gab es Tage, wo man gegen Abend völlig fertig war und nicht mehr daran dachte, dass man das Tagesziel noch erreichen würde. Wir haben unser Ziel nie aus den Augen verloren.»

Knuspriges Brot

Gelohnt habe sich das Unterfangen voll und ganz: «Wir haben viel gelernt von den einzelnen Ländern, deren Kultur und Traditionen, Problemen und Chancen und sehen nun viele Dinge anders», erzählt Niggli. Mit Bus und Zug sind die beiden am Freitag in der Schweiz angekommen. Gestern haben sie die letzten Kilometer von Murgen-
thal, wo sie übernachteten, nach Wolfwil hinter sich gebracht – zu Fuss versteht sich. Genau dort, am Dorfeingang, wo sie vor über einem Jahr losmarschierten, wurden sie von Familie und Freunden empfangen. «Ich freue mich auf unser knuspriges Brot», meint Niggli und lacht.

Aktuelle Nachrichten