Alex war damals vier Jahre alt und Fabienne neun, als sie sich in den Ferien in Österreich kennenlernten. «Wir haben uns gesehen, seinen Blick vergesse ich nie», erzählt Fabienne Balsiger. Die heute 22-Jährige aus Niederbipp mag sich noch gut an den kleinen, herzigen Buben mit den grossen Augen erinnern. 

Bastelstunde in den Ferien: Alex (im gelben Pullover) und rechts daneben Fabienne.

Bastelstunde in den Ferien: Alex (im gelben Pullover) und rechts daneben Fabienne.

Die beiden hätten abends vor und nach dem Essen zusammen im Bastelraum gespielt. «Wir haben vor allem gezeichnet, soweit ich mich erinnern kann.»

«Hallo Alex»: Fabiennes ersten Brief an Alex im Mai 2003

«Hallo Alex»: Fabiennes ersten Brief an Alex im Mai 2003

Am letzten Abend habe dann das Mami von Alex Fabiennes Adresse erfragt. Der Vierjährige selbst habe sich nicht getraut.

Ihrem neuen deutschen Freund schickte Fabienne zum ersten Mal Post im Mai 2003. «Hallo Alex. Erkennst du mich wieder von den Ferien?», schrieb sie mit Buntstiften auf ein weisses Blatt Papier.

Der Brief von Alex an Fabienne im Winter 2003

Der Brief von Alex an Fabienne im Winter 2003

Alex sendete ihr Ende Jahr eine Weihnachtskarte. Danach meldete sich Fabienne noch einmal bei Alex. «Doch er war umgezogen und hat nicht mehr geantwortet», erzählt die 22-Jährige, die als Fachfrau Betreuung Kind in einer Kindertagesstätte in Hägendorf arbeitet und seit zwei Jahren glücklich liiert ist. 

Das Revival einer Brieffreundschaft

Das Revival einer Brieffreundschaft

Alex ging ihr über all die Jahre nicht mehr aus dem Sinn. «Ich dachte im Alltag oftmals an ihn», so Fabienne. Als ihr vor zwei Jahren seine Weihnachtskarte in die Hände fiel, schrieb sie über Facebook einige Einwohner von Pfullendorf an. Eine Antwort bekam sie jedoch nie.

Letzte Woche stösst die Niederbipperin beim Aufräumen erneut auf den Brief von Alex. Sie beschliesst, einen weiteren Versuch zu starten, um ihn zu finden. Einen Tag später meldet sie sich beim «Südkurier», der in der Region von Pfullendorf aktiv ist. Dieser startet einen Aufruf auf Facebook - und neun Stunden darauf meldet sich die gesuchte Person. «Das hätte ich nie gedacht», freut sich Fabienne.

«Ich freue mich, dass sich Fabienne noch an mich erinnert», schreibt der heute 17-jährige Alex dem «Südkurier». Er hat zu Hause ebenfalls noch Post von seiner alten Brieffreundin aus der Schweiz. 

Die beiden haben per Facebook Neuigkeiten ausgetauscht und wollen sich bei Gelegenheit auch einmal treffen. «Pfullendorf ist aber leider nicht nur fünf Minuten entfernt», bedenkt Fabienne Balsiger.