Dabei war der Begriff Kunst bewusst breit gefasst. «Hier in unserer Ausstellung sind damit Fertigkeiten gemeint», erklärte Therese Studinger, die Präsidentin der Kultur- und Bibliothekskommission (KBK) Dulliken, an der Vernissage, «Fertigkeiten, die sich jemand mit unermüdlichem Üben, viel Leidenschaft, Freude und Spass angeeignet hat».

Bilder und Krippenfiguren

Kunst im engeren Sinn sah man im Dulliker Schauraum wenig. Rita Meier stellte abstrakte Acrylbilder aus, Lilo Häusler aus Obergösgen zeigte südliche Landschaften und Andy Alijew Gemälde aus dem Ballypark oder von verschneiten Winterlandschaften im Schwarzwald. In diese Abteilung gehört auch Beatrice Bonnemain mit kunstvoll gearbeiteten, dreidimensionalen Glückwunschkarten.

Neben der Malerei pflegt der gelernte Automechaniker und Chauffeur Alijew, wie mehrere andere in der Ausstellung auch, ein originelles Hobby. Er bemalt Cognacschwenker oder tulpenförmige Gläser mit idyllischen schneebedeckten Chalets, bei denen das Kerzenlicht durch die Fenster schimmert. Andy Alijew nahm dieses Jahr zum ersten Mal am Kunstmarkt teil.

Dazu animiert worden ist er durch Maja Fürsinger, eine Nachbarin. Maja Fürsinger ihrerseits präsentierte ihre Werke auf der Bühne der Mehrzweckhalle. Sie gestaltet Krippenfiguren, indem sie einem Skelett aus Sisal einen Körper appliziert, ihm ein Gesicht gibt aus speziellem Hautstoff und die Figur als Heilige Familie, Hirte oder König einkleidet. Ebenfalls auf der Bühne waren die Fellnähgruppe Dulliken mit Pelztieren und Pulswärmern sowie Franziska Schneider mit Halsschmuck präsent.

Raku-Technik und Brandmalerei

Sonya Wegmüller und Dullikens Bürgergemeindepräsident Matthias Weidmann widmen sich der Töpferei in der japanischen Raku-Technik. Hier werden die Tonsachen nach dem Glasurbrand heiss in Sägemehl vergraben. Dabei erhält die Glasur eine rissige Oberfläche (craquelé), und die nicht von der Glasur bedeckten Tonteile werden schwarz. Direkt vor dem Ausstellungsraum führte Matthias Weidmann einen solchen Raku-Brand vor. Sonya Wegmüller nutzt diese Technik, um ihren afrikanischen Keramikfrauen farbige Kleider und schwarze Gesichter zu geben.

Ebenfalls mit Hitze arbeitete Emilie Jaberg-Jäggi aus Spiez. Die in Dulliken aufgewachsene Kunsthandwerkerin schmückt Holzgegenstände mit Brandmalerei. Im Holz sind auch Roland Marrer, der Holzspielzeuge und dekorative Katzen schreinert, sowie der drechselnde Christian Rösti daheim. Paul Schüpbach sucht im Wald passende Ast-Abzweigungen; diese dienen als Körper und Hals für kunstvolle Güggel.

Die Rinde – beispielsweise von der Rottanne – bildet das Federkleid des Hahns und die Maserung den Schweif. Fredy Villiger findet seine farbigen, speziell gemusterten Steine in der Aare und schleift sie zu Schmuckstücken. Der Gretzenbacher Georg Vogel schafft es mit Pinzette und Chirurgenzange, Spielzeugmodelle von Helikoptern, Feuerwehrautos und ähnlichem in ausgediente Glühbirnen von Strassenlampen zu versorgen.

Sogar Wortkunst fand Platz

Sogar Wortkunst fand Platz auf dem Dulliker Kunstmarkt. Hansjörg Allemann breitete seine Gedichtbände über «Allzumenschliches aus dem Tierreich» aus. Das schmale Büchlein ist illustriert mit Tierzeichnungen von Cordula Bärtschi. Ihre Tierkarikaturen waren auch auf separaten Blättern zu sehen. Ein gemeinsames Werk ist auch der Comicband von «Xymbolon» von Anna Bärtschi (Zeichnungen) und Arnold Bärtschi (Text).

Die Vernissage dieser inzwischen fünften, aber das erste Mal in der MZH stattfindenden Hobby-Künstlerausstellung 2013 wurde musikalisch umrahmt vom Encanto Chor Dulliken. Die zwölf Frauenstimmen unter der Leitung von Elisabeth Regner eröffneten die Feier mit dem französischsprachigen Trinklied «Le Vigneron» (Der Winzer) des waadtländer Chorleiters Carlo Boller und dem Elvis-Presley-Hit «I can’t help falling in love with you».

Hinweis: Am 3. Dezember um 19.30 Uhr hält der Katzenforscher Dennis C. Turner in der Gemeindebibliothek Dulliken einen Vortrag über diese Haustiere.