Der Regen hatte aufgehört, im Moos in Balsthal liessen sich am Samstag sogar einige Sonnenstrahlen blicken. Die Laune der Helfer an den Modellflugtagen war darum blendend. «Es gibt keinen fixen Eintrittspreis», informiert der Mann an der Kasse die Besucher. «Aber es gibt eine Kollekte. Von einem Franken bis zu einer Million nehmen wir alles!»

Die Ankommenden lachen und werfen etwas ins Kässeli. Die Modellflugtage sind gut besucht. Die Zuschauer sitzen auf Klappstühlen und Holzbänken und starren in den Himmel. Über ihren Köpfen steigen die Modelle steil in den Himmel, lassen sich fallen, drehen sich um die eigene Achse. «Mega», staunt ein Junge.

Zusammenhalt ist wichtig

Vor vier Jahren fanden die Modellflugtage in Balsthal zum letzten Mal statt. Zuvor wurden sie alle zwei Jahre organisiert. Schuld an der Pause war die Landwirtschaft, erklärt Peter Gehrig von der Modelfluggruppe Balsthal.

«Der Bauer konnte uns vor zwei Jahren das Land nicht zur Verfügung stellen.» Dieses Jahr war die Modellfluggruppe dann wieder voller Elan. «Bereits im April haben wir angefangen, die Piloten einzuladen», erklärt Gehrig. Diese kommen freiwillig. «Wir zahlen ihnen aber das Essen».

Kollegialität werde in der Szene grossgeschrieben. Die Piloten und Modellflugfans kennen einander und fachsimpeln gerne über die verschiedenen Modelle. Gehrig geht zwischen den Flugzeugen hindurch, die in einer Reihe abgestellt sind. Es gibt Segelflugzeuge und Akromodelle mit Verbrennungsmotor.

Darunter auch nostalgische Modelle, etwa eine Fokker, ein Dreidecker. Ein Modell zieht besonders viel Aufmerksamkeit auf sich: Eine BAE-Hawk, ein Jet, der auch von der Schweizer Luftwaffe geflogen wurde.

Das Modell gehört Daniel Affolter aus Oberramsern. Alles an ihr ist Hightech, sie ist laut und schnell. So ein Modell koste schnell einmal mehr als 20 000 Franken, erklärt Affolter. «Aber jedes Hobby ist doch teuer. Andere haben ein schönes Auto, ich habe halt meine Flieger.»

Ungefähr sechs Monate lang baute er jeden Abend an seinem Jet, bis dieser endlich flugfertig war. Nun ist er mit ihm auf Tour: Von Juni bis Oktober ist er fast an jedem Wochenende an einem Anlass. Normalerweise besteht seine Show aus einem Synchronflug mit dem Modell eines Kollegen.

Die beiden reisen durch ganz Europa. «Aber wir waren auch schon in der Türkei und sogar schon in China», erzählt Affolter. In Balsthal fliegt er aber allein. «Mein Kollege hat ein Bauteil vergessen», verrät er den Grund. So viel Zeit, so viel Geld – was ist denn die Faszination an der Welt der Modellflugzeuge? Die Technik, ergibt eine kurze Umfrage unter den Besuchern. «Und die vielen freundlichen Leute», erklärt eine Frau.

Leichter zugänglich als früher

Die Modellfluggruppe Balsthal will ihr Hobby bekannt machen. Darum hat sie die Modellflugtage in Balsthal ins Leben gerufen. «Modellfliegen ist ein schönes Hobby. Man kann basteln und lernt dazu noch etwas über Physik und Aerodynamik.»

Ausserdem sei es viel günstiger als noch vor einigen Jahren. Kleine Modelle seien schon für 100 Franken zu haben. «Und fliegen lernen Neulinge heute mit Computerprogrammen. Früher galt noch: Try and Crash», so Gehrig lachend.

Das heisst: Das Fliegen wurde sofort mit dem Modell geübt. Und wenn es abstürzte, dann wurde das teuer. Trotzdem sei es schwer, junge Leute für das Hobby zu begeistern. «Wir sind schon auf der Suche nach Nachwuchs», erklärt Peter Gehrig.

Vielleicht hilft dabei der «Täfeli-Bomber», der am Samstag in die Luft steigt: Auf Knopfdruck lässt er rund ein Kilo Täfeli auf die Besucher regnen. «Für die Kinder ist das ein Highlight», freut sich Gehrig.

Die Modellfluggruppe Balsthal trifft sich jeden Donnerstag zum Hock im Schützenhaus in Balsthal.