Härkingen
2000 Einwohner als Obergrenze definiert

812 Einwohnerinnen und Einwohner wurden im Jahr 1980 in Härkingen gezählt. Inzwischen ist die Bevölkerung auf 1570 Personen angewachsen. Das Räumliche Leitbild sieht in den nächsten 20 Jahren ein weniger starkes Wachstum vor.

Erwin von Arb
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An der von rund 30 Personen besuchten Ergebniskonferenz im Fröschesaal wurden die Vorgaben des Räumlichen Leitbildes erörtert.

An der von rund 30 Personen besuchten Ergebniskonferenz im Fröschesaal wurden die Vorgaben des Räumlichen Leitbildes erörtert.

Erwin von Arb

Härkingen ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Dies zeigt auch ein Blick in die Einwohnerstatistik. 1980 wurden in Härkingen 812 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Heute, also 36 Jahre später, hat sich die Bevölkerung mit 1570 Personen fast verdoppelt.

Und mit Blick auf die derzeit sich im Bau befindlichen Mehrfamilienhäuser dürfte sich dieses Wachstum fortsetzen. Allerdings nicht mehr ganz so schnell wie in der Vergangenheit, wie dem am Mittwochabend an der Ergebniskonferenz präsentierten Räumlichen Leitbild zu entnehmen ist.

Wachstum soll nach innen erfolgen

Am von rund 30 Personen besuchten Anlass wurde aufgezeigt, dass in den nächsten 20 Jahren mit einem moderaten Wachstum der Bevölkerung von jährlich rund 20 Personen gerechnet wird. Als Obergrenze wurde bis 2035 eine Einwohnerzahl von 2000 Personen genannt.

An der Ergebniskonferenz wurde von Monika Kuster vom Büro BSB + Partner erläutert, wie die im Juni 2015 im Rahmen der Zukunftskonferenz eingebrachten Vorschläge der Bevölkerung ins Räumliche Leitbild eingeflossen sind.

Dies geschah unter der Federführung der erweiterten Planungskommission unter dem Vorsitz von Gemeinderat René Luppi. Thomas Ledermann und Monika Kuster von Büro BSB + Partner begleiteten die Arbeiten.

Im Leitbild werden unter anderem das Wachstum und die Ausgestaltung der Wohnzone aufskiziert. Dies mit dem Ziel, dass die Gemeinde ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort bleibt. Sichergestellt werden soll dies mit der qualitativen Weiterentwicklung des bestehenden Siedlungsgebiets.

Das Wachstum der Wohnzone soll primär nach innen erfolgen, unter Einbezug der bestehenden Potenziale. Angestrebt werden Wohnbauten für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen.

Härkingen soll «grün» bleiben

Als wichtig erachtet wird ferner die Erhaltung des ländlichen Dorfcharakters mit den ortsbildprägenden, historisch und landschaftlich wertvollen Objekten und Dorfpartien. Ins Leibild aufgenommen wurde auch die Schaffung eines Dorfzentrums mit Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, altersgerechten Wohnformen in einer attraktiven Umgebung mit Dorfplatz und Grünelementen.

Wert gelegt wird ausserdem darauf, dass Härkingen ein «grünes» Dorf bleibt. Deshalb soll der bestehende Grünkorridor im Siedlungsbiet langfristig erhalten und weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Punktuell sollen einige Gebiete für die Bevölkerung zugänglich und erlebbar gemacht werden.

Mit der Schaffung guter Rahmenbedingungen sollen der Bestand und die Neuansiedlung von Kleingewerbebetrieben im Siedlungsgebiet und im Dorf gefördert werden. Das Selbe gilt für die Industrie- und Gewerbezone. Deren zentrale Lage soll genutzt werden, um diesen Arbeitsort weiterzuentwickeln.

Dem haushälterischen Umgang mit dem Boden und der hohen Wertschöpfung des bestehenden und künftigen Gewerbe- und Industriegebietes soll dabei besondere Beachtung geschenkt werden. Erwähnt wird auch die geplante Regionale Arbeitszone Gäu (RAZ).

Sie soll für regionale Lösungen genutzt werden. Bei einer allfälligen Nichtnutzung der RAZ sieht die Gemeinde eine moderate Weiterentwicklung ihrer kommunalen Industrie- und Gewerbezone im Rahmen der Ortsplanung vor.

Auch der Abbau der Kiesreserven soll im Sinn einer haushälterischen Nutzung und gemäss den Vorgaben des kantonalen Richtplans erfolgen.

Verkehrsbelastung bleibt Thema

Hohe Priorität wird dem Verkehr und den damit einhergehen Lärmemissionen eingeräumt. Gemäss Leitbild sollen Massnahmen ergriffen werden, um eine nachhaltige und und positive Weiterentwicklung des motorisierten Individualverkehrs zu ermöglichen.

Erreichen will man dies mit Verkehrsentflechtungen, Verkehrberuhigungsmassnamen sowie mit der Reduktion respektive der Vermeidung von Schwerverkehr.

Angestrebt wird ferner eine bessere Erschliessung des Dorfes mit dem öV, insbesondere auf der Achse Nord-Süd mit Aufwertung des Bahnhofs Egerkingen als öV-Drehscheibe. Verbessert werden soll auch die Verkehrsicherheit für den Langsamverkehr.

Im Fokus stehen die Sicherung der Schulwege im Dorf sowie der Ausbau für den Langsamverkehr zwischen Härkingen und Egerkingen.

Zu reden gab an der Ergebniskonferenz vor allem die hohe Verkehrsbelastung auf der Fulenbacherstrasse durch den Schwerverkehr. Immerhin sei inzwischen der geplante Ersatzbau für den Aareübergang nach Murgenthal vom Tisch.

«Sonst wären wir mit Schwerverkehr aus dem Oberaargau überschwemmt worden», lautete der allgemeine Tenor. Über das vom Kanton vorgeprüfte Räumliche Leitbild wird die Gemeindeversammlung am 13. Dezember befinden können.

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