Härkingen
2,2 Millionen teurer Ankauf in Aussicht

Die Bürgergemeinde Härkingen möchte ihre Einnahmequellen weiter diversifizieren: Über zwei Millionen will der Bürgergemeinderat für ein Gebäude im Industriegebiet ausgeben. Was steht hinter dem Begehren der Bürgergemeinde?

Philipp Felber
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Die ifm electronic AG im Altgraben 27 in Härkingen.

Die ifm electronic AG im Altgraben 27 in Härkingen.

Bruno Kissling

Über zwei Millionen möchte der Bürgergemeinderat Härkingen für ein Gebäude im Industriegebiet ausgeben. Und dies in Euro. Was steht hinter dem Begehren der Bürgergemeinde? «Wir stehen finanziell sehr gut da, erwirtschaften regelmässig einen Ertragsüberschuss», erklärt Urs Jäggi, Bürgergemeindepräsident. Dies sei mit ein Grund, warum der Bürgerrat die Bürgerinnen und Bürger über den Kauf an der Urne bestimmen lässt. Zudem sei die Rendite mit 7 Prozent sehr hoch. Jäggi spricht davon, dass in 14 Jahren der Kaufpreis wieder amortisiert wäre.

Bürgergemeinde besitzt Land

Das Land auf dem die Firma ifm Electronic mit Hauptsitz im deutschen Essen, 1989 ihre Niederlassung in Härkingen gebaut hatte, gehört der Bürgergemeinde. 1999 machte ifm einen Ausbau, mittlerweile ist das Gebäude vierstöckig. Die Bürgergemeinde hatte ein Vorkaufsrecht auf den Erwerb der Liegenschaft. Bereits vor einem Jahr fasste ifm den Verkauf der Liegenschaft ins Auge. Nun wurde das Gebäude an ein Unternehmerpaar aus Deutschland verkauft. Da aber die Bürgergemeinde das Vorkaufsrecht besitzt, dürfte sie nun zu den gleichen Konditionen das Gebäude erwerben. «Wir sind der Meinung, dass es auch nicht unbedingt nötig ist, dass das Gebäude nach Deutschland verkauft wird», sagt Urs Jäggi.

Die Firma ifm bleibt indes weiter Mieter. Und übernimmt auch die allgemeinen Unterhaltskosten, nur wenn etwas an der Gebäudehülle oder am Dach beschädigt sein sollte, müsste die Bürgergemeinde zahlen. «Wir möchten uns mit dem Kauf noch breiter abstützen», erklärt Jäggi. Die neue Einnahmequelle soll für die Bürgergemeinde in Zukunft einen Gewinn abwerfen. Um die eigenen Wertanlagen noch weiter abzustützen, denkt die Bürgergemeinde auch über den Bau eines neuen Bürgerblocks nach, wie sie bereits deren zwei im Dorf unterhält.

Gute Lösung auch für ifm

Die Firma ifm unterhält in Härkingen die Hauptniederlassung in der Schweiz. Von dort aus laufen die Fäden zusammen, um den Vertrieb der in Deutschland hergestellten Produkten zu organisieren. «Grundsätzlich ist der allgemeine Tenor der Besitzer so, dass wir keine Immobilienfirma sind», erklärt Peter Bader, Geschäftsleiter der Schweizer Niederlassungen. Deshalb habe die Mutterfirma entschieden, weltweit alle Immobilien zu veräussern. Seit 1969 stellt die ifm in Deutschland Produkte her, um Automatisierungsprozesse zu optimieren.

Für die Firma ifm wird sich auch bei einem Besitzerwechsel nichts ändern. «Der Verkauf an die Bürgergemeinde wäre für uns eine gute Lösung», sagt Peter Bader. Ob die Bürgerinnen und Bürger dies auch so sehen, wird sich am 10. Juli zeigen. Dann sind sie aufgefordert, über den Kauf an der Urne zu bestimmen. An der Infoveranstaltung am Montagabend waren nach Angaben von Bürgergemeindepräsident Urs Jäggi keine negativen Äusserungen zu vernehmen.