Thal/Gäu
13 von 17 Gemeindepräsidenten treten sicher wieder an

Wahlen 2017: In der Amtei wollen bisher nur die Gemeindepräsidenten von Oensingen und Welschenrohr aufhören.

Erwin von Arb
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Markus Flury (FDP), Oensingen: Der bald 70-Jährige will 2017 nicht mehr als Gemeindepräsident kandidieren.

Markus Flury (FDP), Oensingen: Der bald 70-Jährige will 2017 nicht mehr als Gemeindepräsident kandidieren.

Bruno Kissling

In rund einem Jahr werden im Kanton Solothurn die Gemeinderäte neu bestellt. Bei diesem Urnengang werden vielerorts auch die Weichen für die gemäss kantonalem Wahlkalender am 2. Juli 2017 stattfindenden Wahlen für die Gemeindepräsidenten gestellt.

Ausser der Gemeindepräsident wird, wie 2013 Markus Flury in Oensingen, schon vor den Gemeinderatswahlen in stiller Wahl gewählt. Möglich machte dies die Oensinger Gemeindeordnung, die vorsieht, dass jemand als in stiller Wahl gewählt gilt, wenn kein weiterer Kandidat mehr zur Wahl steht.

Zu einem solchen Szenario wird es 2017 wohl nicht kommen. Flury, der seit 2009 Gemeindepräsident ist, wird nämlich nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit nicht mehr antreten. Der bald 70-Jährige begründet seinen Entschluss mit dem Alter und seiner angeschlagenen Gesundheit. Die Amtsperiode werde er aber in jedem Fall beenden. Seine Partei, die FDP, habe er informiert. Ein konkreter Nachfolger sei noch nicht in Sicht. «Ich denke, dass es zu einer Kampfwahl kommen wird»,so Flury.

Ob es in Welschenrohr, wo Gemeindepräsident Stefan Schneider nach neun Jahren sein Amt niederlegen will, 2017 auch zu einer Kampfwahl kommt, ist noch offen. Schneider wurde 2008 Gemeindepräsident, nachdem René Allemann aus gesundheitlichen Gründe zurückgetreten war. Die Ortsparteien konnten bisher noch keine valablen Kandidaten für das Gemeindepräsidium finden. Deshalb hat Schneider denn auch in Aussicht gestellt, im Notfall noch einmal für die FDP anzutreten. Nach zwei Jahren sei dann aber wirklich Schluss, so der 56-Jährige.

Nützi und Born überlegen noch

Die 15 verbleibenden Gemeindepräsidenten in der Amtei wollen bis auf Daniel Nützi aus Härkingen und Bruno Born aus Aedermannsdorf alle sicher weitermachen. Er habe noch nicht entschieden, sagt der Härkinger Gemeindepräsident Daniel Nützi. Der 43-Jährige erklärt seine Zurückhaltung damit, dass er seine Familie in die Entscheidungsfindung einbeziehen wolle. «Sie ist es, die mit den Rücken freihält», betont der Vater von vier Kindern im Alter zwischen 1 und 13 Jahren. Der Entscheid werde in den nächsten Wochen fallen, meint Nützi, der sein Amt für die CVP seit 1. Januar 2009 innehat.

Eher ans Weitermachen denkt Bruno Born, seit 2009 parteiloser Gemeindepräsident von Aedermannsdorf. Born lässt sich wegen seines Alters von 63 Jahren noch ein Türchen offen. «Wenn ich weitermachen würde, wäre ich bis zur Vollendung der neuen Amtsperiode 68 Jahre alt.» Nun überlege er, ob er über das Pensionsalter hinaus Gemeindepräsident bleiben wolle.

Für Roland Stampfli, seit 2013 parteiloser Gemeindepräsident von Balsthal, ist das kein Thema mehr, zumal er bereits 66 Jahre alt ist. «In einer zweiten Amtsperiode kann ich von den bisher gemachten Erfahrungen als Gemeindepräsident profitieren», erwähnt Stampfli. Wieder antreten will er auch, weil in der nächsten Amtsperiode wegen Pensionierungen die Stellen des Gemeindeverwalters, des Bauverwalters sowie des Schulleiters neu besetzt werden müssten.

Definitiv weitermachen wollen die zwei politischen Urgesteine Markus Zelter aus Niederbuchsiten und Kurt Bloch aus Mümliswil-Ramiswil. Bloch ist seit 1998 Gemeindepräsident von Mümliswil-Ramiswil. Amtsmüdigkeit verspürt der für die CVP antretende Gemeindepräsident keine. «Das ist mein Beruf und diesen übe ich gerne aus», sagt der 56-jährige zu seinem vollamtlichen Job als Gemeindepräsident.

Spagat zwischen Beruf und Politik

Markus Zelter, seit 1997 Gemeindepräsident von Niederbuchsiten, lässt sich 2017 ebenfalls noch einmal für die CVP aufstellen. «Wenn sich Beruf und Politik auch künftig nicht stärker in die Quere kommen, mache ich sicher weiter», bemerkt der 57-Jährige.

Den Einklang von Beruf und Politik erwähnt auch Marcel Allemann, seit 2013 parteiloser Gemeindepräsident von Matzendorf. Wenn die zeitliche Belastung für das Gemeindepräsidium gleich bleibe, werde er wieder antreten.

Mit demselben Vorbehalt bezüglich der beruflichen Belastung sagt auch der Neuendörfer Gemeindepräsident Rolf Kissling ja zu einer weiteren Amtszeit. Dies mit Blick auf die derzeit laufenden Umstrukturierungen im administrativen Bereich des Gemeindewesens. Wenn sein Pensum von aktuell 30 Prozent zu stark anwachsen sollte, sei es fraglich, ob er weitermache, meint Kissling mit Verweis auf seine berufliche Tätigkeit als Anwalt und Notar.

Sein Amt als erster FDP-Gemeindepräsident von Neuendorf übt der 56-Jährige seit November 2013 aus. «Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, werde ich sicher wieder antreten.» Sein Ziel sei, die Gemeinde finanziell wieder auf solide Beine zu stellen.

Die Gesundung der Finanzen führt auch Urs Hubler (FDP), seit 2009 Gemeindepräsident von Holderbank, ins Feld für seine erneute Kandidatur. «Wir haben in letzter Zeit viel erreicht. Das motiviert mich zum Weitermachen», sagt der 61-Jährige.

«Die ersten drei Jahre als Gemeindepräsident haben mir gefallen, ich habe Lust auf mehr», sagt Edgar Kupper aus Laupersorf. Das politische Klima in der Gemeinde sei gut und er habe Spass an der Arbeit, bemerkt der 45-jährige CVP-Kantonsrat. Ergo, werde er wieder antreten.

Weitermachen will auch der Herbetswiler Gemeindepräsident Stefan Müller, der seit 2011 als CVP-Nationalrat auch in Bundesbern politisiert. Der Wechsel von der nationalen zur kommunalen Politik sei zwar immer wieder eine Herausforderung, mache ihm aber Spass. «Das verschafft mir in den Bern die nötige Erdung», so der 40-jährige Politiker.

«Finale» für Lederer und Bartholdi

Seit 2005 Gemeindepräsident in Oberbuchsiten ist Daniel Lederer. Mit der Frage seines Rücktritts habe er sich länger auseinandergesetzt, verrät der 50-Jährige im Gespräch. Weil es aber noch wichtige Projekte im Dorf gebe, werde er 2017 für die FDP ein letztes Mal für das Gemeindepräsidium kandidieren. Mitwirken möchte Lederer nach seiner allfälligen Wiederwahl beim Schulraumprogramm (Neubau), bei der Rückführung der Schule zu grünen Ampeln sowie bei der Erschliessung des Halmackers.

Eine letzte Amtsperiode kündigt auch Johanna Bartholdi als Gemeindepräsidentin von Egerkingen an. Die 64-Jährige wurde 2009 Gemeindepräsidentin und strebt nun eine dritte Amtsperiode an. «Ich fühle mich fit und verspüre immer noch Freude in meinem Amt», sagt die FDP-Kantonsrätin. Als künftige Herausforderung erwähnt sie die Planung von neuem Schulraum.

Dieses Ziel verfolgt auch Georg Lindemann als Gemeindepräsident von Wolfwil. «Ich mache natürlich auch weiter, weil mir die Arbeit Spass macht», sagt der 48-jährige Aaregäuer, der 2013 für die FDP die Nachfolge von Christian Kühni angetreten hatte.

Wieder kandidieren will Arno Bürgi (Freie Liste), seit 2013 Gemeindepräsident in Kestenholz. «Wenn ich als Gemeinderat gewählt werde, trete ich wieder an», so der 45-jährige.

Fusion rückt näher

Bereits definitiv entschieden hat sich Rosmarie Heiniger, Gemeindepräsidentin in der 100-Seelen-Gemeinde Gänsbrunnen. Ob die FDP-Kantonsrätin, die 2013 das Gemeindepräsidium von Ernst Lanz übernommen hatte, 2017 ein letztes Mal kandidieren wird, liess die 61-Jährige offen. «In absehbarer Zeit werden wir wohl eine Fusion mit Welschenrohr ins Auge fassen müssen.» Erste Gespräche seien bereits geführt worden.

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