120 Sterne
«Licht ist Lebensfreude»: Wolfwil freut sich über die neue Weihnachtsbeleuchtung

Seit Freitag ist der Himmel über Wolfwil um 120 Sterne reicher.

Hans Peter Schläfli
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Die neue Weihnachtsbeleuchtung in Wolfwil.

Die neue Weihnachtsbeleuchtung in Wolfwil.

Hans Peter Schläfli

«Ich seh den Sternenhimmel» sang einst Hubert Kah – und genau so fühlte es sich mit Einbruch der Dämmerung am Freitagabend in Wolfwil an. Erstmals leuchteten 120 neue Sterne über Woufu. Verteilt auf 60 Kandelaber, immer abwechslungsweise eine Dreiergruppe und ein einsamer Stern verkünden sie nun die Botschaft des Advents.

Wie bestellt setzte zum Auftakt des Festaktes auf dem Schlüsselparkplatz ein Gemisch aus Regen und Schnee ein. Dicht gedrängt suchten die Mitglieder der Jugendmusik Aaregäu mit ihren Instrumenten Schutz unter einem kleinen, improvisierten Zeltdach. Waren die Finger vielleicht auch ein wenig klamm, so hörte man das nicht, wenn die jungen Musikerinnen und Musiker aus Fulenbach und Wolfwil unter der Leitung des Dirigenten Roland von Arb die Weihnachtslieder spielten – und das erst noch fast im Dunkeln. Nur die Handys warfen ein wenig Licht auf die Noten.

«Die Weihnachtsbeleuchtung soll die Herzen der Leute erwärmen, die daran vorbeikommen», sagte Georg Lindemann in seiner Ansprache. Er sprach den Leuten angesichts der Pandemielage Mut zu:

«Kopf hoch, denn nur so siehst du die Sterne»

In Wolfwil sieht es derzeit nicht gut aus. Das für Sonntag angesetzte Weihnachtskonzert in der Kirche musste kurzfristig wegen vieler Coronafälle im Dorf abgesagt werden. «Licht ist Lebensfreude. Unsere Weihnachtssterne sind in diesem Sinne psychologische Medizin», kommentierte dies Lindemann.

750 Franken kostet ein Stern

«Wer seine Hände nur in den Taschen hat, kann nie nach den Sternen greifen», setzte der Gemeindepräsident die Rede fort. Er habe das Gefühl, dass die Kulturkommission nach diesem alten Sprichwort die Sterne ausgesucht hat. Sie finde die Sterne sehr stilvoll und schön, sagte Birgit Kölliker, Präsidentin der Kulturkommission. Sie dankte dem Werkhof, der die neue Beleuchtung an die Kandelaber montiert hatte:

«Es waren früher immer dieselben Leute, die jeweils die Beleuchtungen montierten hatten. Das war sehr arbeitsaufwendig und wir wollten sie entlasten.»

90'000 Franken liess sich die Gemeinde die neue Weihnachtsbeleuchtung kosten, also exakt 750 Franken pro Stern. «Die Sterne werden nun viele Jahre unsere Winternächte aufhellen.» So fasste Stefania Guercioni, die im Auftrag der Kulturkommission das Projekt realisiert hatte, ihre Freude über den Anblick in Worte. «Die Sterne sind zeitlos und ich denke, es ist eine gute Investition.» Man könne es auch so betrachten: Rund 40 Franken pro Einwohner hat die Beleuchtung gekostet, und wenn sie 40 Jahre Bestand hat, dann macht das pro Jahr und Person nur einen Franken für die Freude, die die Sterne verbreiten.

Sein letztes Zitate wollte der Gemeindepräsident ganz auf seine Person verstanden wissen: «Je grösser der Dachschaden, desto besser der Blick auf die Sterne.» Dann wurden alle mit Glühwein oder Kaffe mit Schnaps für ihr kommen in einer kalten Winternacht belohnt.

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