Ein spezieller Anlass war die diesjährige Alpauffahrt auf die Ergeleralp oberhalb von Welschenrohr. Bergmeister Franz Schmid konnte nämlich seinen 30. Einsatz bei einem Alpaufzug feiern. Er hatte das Amt von seinem Vorgänger Otto Gunzinger übernommen und betreut im Auftrag des Bürgerrates von Welschenrohr seit 30 Jahren den Sömmerungsbetrieb.

Die Bürgergemeinde Welschenrohr verfügt über das ausgedehnte Weideland mit 52 Hektar Fläche nördlich des Dorfes. Vom Sennhaus im Ergeler, wo auch die Familie Schöni wohnt, werden die sechs Weideabschnitte bestossen. Die Sömmerungszeit dauert von Mitte Mai bis zum Bettag, also 120 bis 125 Tage. «Wir sind froh über den ausgiebigen Regen der letzten Tage», erzählt Senn Fritz Schöni. «Denn der Graswuchs war wegen der Trockenheit recht spärlich.»

Genaue Kontrolle

Traktor um Traktor fährt beim Sennhaus vor. Pia Allemann, Verwalterin der Bürgergemeinde, führt genaue Kontrolle über die eintreffenden Tiere. Diese brauchen eine Transportbestätigung, eine Ohrmarke sowie Dokumente über ihre Gesundheit. Dann erst werden die «Guschti» auf die Weide gelassen und müssen sich der neuen Umgebung anpassen. Die Tiere stammen meist aus der näheren Umgebung, aus dem Thal, aber auch aus dem Bucheggberg und dem Wasseramt. Während der Sömmerungszeit bleiben sie auch nachts meist auf der Weide. Heuer sind es 105 Rinder, die den Sommer auf der Ergeleralp verbringen dürfen.

Alpauffahrt 2018 (v.l.): Verwalterin Pia Allemann, Bürgergemeindepräsident Jürg Uebelhart, Bergmeister Franz Schmid mit Glocke, Sennenfamilie Schöni mit Edith, Fritz, den Kindern Lena und Anna sowie Mutter Ruth Schöni.

Alpauffahrt 2018 (v.l.): Verwalterin Pia Allemann, Bürgergemeindepräsident Jürg Uebelhart, Bergmeister Franz Schmid mit Glocke, Sennenfamilie Schöni mit Edith, Fritz, den Kindern Lena und Anna sowie Mutter Ruth Schöni.

Ehre für den Bergmeister

Auch Bürgergemeindepräsident Jürg Uebelhart und die Bürgerräte wohnten der Auffahrt bei. Als Geschenk und Anerkennung für die gute Arbeit durfte Bergmeister Schmid aus den Händen des Präsidenten eine Glocke mit Gravur entgegennehmen. Beim Apéro entwickelten sich lebhafte Gespräche zwischen Behörden, Sennenfamilie und den Landwirten, die zum Teil mit ihren Familien angereist waren.