Auch an der 110. Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Abwasserregion Falkenstein (ZAF) erteilte der Präsident, Enzo Cessotto, das Wort traditionsgemäss zuerst dem Betriebsleiter der Abwasserreinigungsanlage Falkenstein (ARA) Markus Bieli.

In seinem kurzen Zwischenbericht erwähnte Bieli, dass bis jetzt 3,4 Mio. Kubikmeter Abwasser gereinigt worden seien. Die Ergebnisse der Messungen beim Auslauf seien alle gut bis sehr gut. Im Bereich Schlammbehandlung seien 22 450 Kubikmeter Frischschlamm verarbeitet worden. Weiter wurden die Schlammentwässerungsversuche mit Schneckenpresse und Dekanter ebenfalls als gut bezeichnet.

Weniger und kürzere Transporte

Ingenieur Alex Benz (Hunziker Betatech AG) nahm das Thema «Schlammentwässerung» auch auf. Dabei geht es darum, dem Schlamm möglichst viel Wasser zu entziehen. Der Restschlamm (heute rund 35%) wurde bis jetzt zur Entsorgung nach Bern transportiert, wo er getrocknet und verbrannt wird. Die entsprechenden Abnahmeverträge werden 2018 enden.

Aktuell werden neue Entsorgungsorte und die damit zusammenhängenden Transporte evaluiert. «Die Entsorgungskosten mit besser entwässertem Schlamm werden sicher günstiger als bisher», sagte Benz. Gebäude und Infrastruktur für eine effizientere Schlammbehandlung seien auf der ARA vorhanden.

Im Vordergrund für die Schlammentwässerung stehe eine sogenannte Schneckenpresse. Die Delegierten stimmten dem Projektkredit von 950 000 Franken zuhanden der Vorfinanzierung Investitionen zu.

Kein Methangas mehr in die Luft

Ein weiteres Projekt für das kommende Jahr ist die Abdeckung des Schlammstapelraumes. Auch dieses Projekt, das 125 000 Franken kostet, wurde ins Budget 2018 aufgenommen.

Durch diese Abdeckung kann kein Methan mehr in die Atmosphäre entweichen und mit dem weitergehenden Ausfaulen und Verbrennen des Gases zur Produktion von Energie und Wärme kann eine erhebliche Menge an CO2-Äquivalenten eingespart werden.

Die eingesparten Äquivalente werden von der Stiftung KliK (Stiftung, die Projekte fördert und finanziell unterstützt, welche den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren) bis mindestens Ende 2020 vergütet. Beide Projekte, Schlammentwässerung und Abdeckung Schlammstapel, wurden von den Verantwortlichen des ZAF als ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll taxiert.

2018 ein Defizit budgetiert

Das von Verwalter Hansjörg Jorns vorgestellte Budget 2018 weist in der Erfolgsrechnung einen Aufwandüberschuss von 1,418 Mio. Franken aus (Gesamtaufwand 2,119 Mio. Franken, Gesamtertrag 700 500 Franken).

Die Höhe der Investitionen im Jahr 2018 beträgt 1,075 Mio. Franken. Die Betriebskosten (1,418 Mio. Franken) sowie die Investitionsbeiträge werden den zehn Verbandsgemeinden weiterverrechnet. Die Aufteilung der Kosten erfolgt nach dem Investitions- und Betriebskostenverteiler.