Balsthal

«Relay for Life»: Ein spürbares Zeichen der Solidarität mit Krebsbetroffenen

Am 24-Stunden-Anlass «Relay for Life» im Moos in Balsthal legten über 40 Laufteams gut 9000 Kilometer zurück.

Das war ein richtiges Volksfest, ein bemerkenswertes Zeichen der Solidarität mit Krebsbetroffenen: Der 24-Stunden-Stafettenlauf «Relay for life» im Moos in Balsthal. Über 40 Laufteams und zahlreiche Einzelläufer legten insgesamt gut 9000 km zurück, bilanzierte die Krebsligas Solothurn gestern Abend. «Ich bin rundum zufrieden und glücklich, dass der Grossanlass unfall- und pannenfrei über die Bühne ging», zog OK-Präsident Urs Ackermann Bilanz. Die Samariter Thal hatten an ihrem Posten lediglich Kleinigkeiten zu verarzten.

Als Symbol für den Kampf gegen den Krebs gingen oder liefen von Samstag 14 Uhr bis Sonntag 14 Uhr über 40 Stafettenteams ununterbrochen bei der Sportanlage im Moos in Balsthal ihre Runden. Die über 600 Läuferinnen und Läufer hatten die Wahl zwischen einer Kurzstrecke, die 2 Kilometer lang war, und einer Langstrecke mit 4,8 Kilometern. Unter den Teams gab es Vereine, ganze Familienclans, Bürogemeinschaften oder Quartiernachbarn. Jeder Läufer bekam mit seiner Nummer einen Chip, mit welchem die Kilometer gezählt wurden. «Wir machen es so, dass unsere 12 Läufer während der 24 Stunden abwechselnd je eine Stunde am Laufen sind und dann abgelöst werden», sagt beispielsweise Franz Joller, der mit seinem Oldies-Club-Kollegen am Start war. Und etwa so machten es viele, die auf der Strecke waren.

Bewährtes Organisationskomitee aus dem Thal

Den Grossanlass organisiert haben die Krebsliga Solothurn und ein speziell dafür ins Leben gerufenes, lokales Organisationskomitee unter der Leitung des ehemaligen Kantonsratspräsidenten Urs Ackermann und Stephan Berger, dem Oberamtsvorsteher Thal-Gäu. «Wir haben nach Leuten gesucht, die eine solche Organisation stemmen können, und sind bald einmal im Thal fündig geworden», berichtet die Leiterin der Krebsliga Solothurn, Stephanie Affolter. Über 100 Freiwillige aus dem Thal und den angrenzenden Regionen habe man für die gute Sache gewinnen können; rund eineinhalb Jahre dauerten die Vorbereitungen.

Den Staffellauf eröffneten am Samstagnachmittag die Solothurner Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner und Kantonsratspräsidentin Verena Meyer-Burkhard. Als Botschafter setzten sich Rollstuhlsportler Heinz Frei aus Oberbipp BE und die Autorennfahrerin Rahel Frey aus Aedermannsdorf für den Anlass ein. Sie sowie die vor fünf Jahren von Krebs betroffen gewesene Daniela Tschan aus Mümliswil, Urs Ackermann und Stephanie Affolter diskutierten am Sonntagmorgen in der Tennishalle unter der Moderation von Wolfgang Niklaus über die Solidarität mit Krebsbetroffenen, den Umgang mit dem Tabuthema Krebs und der Arbeit der Krebsliga. Wichtig sei, die Betroffenen nicht alleine zu lassen, wurde gesagt. Sie selbst sei sehr offensiv mit ihrer Erkrankung umgegangen, erzählte Daniela Tschan. Doch sie wisse, dass nicht alle Betroffenen das könnten. Offenheit und Solidarität seien sehr wichtig. Heinz Frei meinte, ihm sehe man – im Gegensatz zu Krebspatienten – halt gleich an, was los sei. «Doch möchte ich sagen, dass eine solche Krankheit auch eine Chance sein kann, stärker und mit mehr Selbstbewusstsein daraus hervorzugehen.»

Der Event-Erlös von mehreren zehntausend Franken kommt dem Hilfsfonds der Krebsliga Solothurn zugut. «Relay for Life» findet regelmässig in 26 Ländern statt. In der Schweiz war dies aber erst das zweite Mal seit 2017 in Spiez.

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