Neuendorf

Phoenix Brass entfachte das Feuer im Publikum

Dirigent Pascal Eicher wusste mit der Phoenix Brass zu überzeugen

Dirigent Pascal Eicher wusste mit der Phoenix Brass zu überzeugen

Standing Ovations erntete die Projektband Phoenix Brass für ihr mitreissendes Konzert in der Kirche Neuendorfs vom begeisterten Publikum.

Aus der Idee heraus, die traditionelle Brass Band Literatur wieder aufleben zu lassen, riefen vier gute Freunde und Liebhaber dieser Musikrichtung die Projektband Phoenix Brass ins Leben. Beinahe in Vergessenheit geratene Werke und bekannte Kompositionen aus den Ursprüngen der Brass-Band-Szene stehen im Fokus.

Der Spass am Spiel selbst sowie der Ehrgeiz, einem anspruchsvollen Publikum Unterhaltung auf hohem Niveau zu bieten, ist der Grundgedanke von Phoenix Brass. Tradition heisst aber nicht, die Asche weiterzutragen, sondern das Feuer. In Anlehnung an die Symbolik des aus der Asche wiedergeborenen mythischen Vogels Phoenix entstand der Name der Band.

Und diesem machte die Formation am Konzert in der Kirche in Neuendorf alle Ehre: Die «Phoenixe» eröffneten den Abend mit dem Militärmarsch «ORB» von Charles Anderson. Dieser ist in England seit Jahrzehnten nicht mehr aus der Wettbewerbslandschaft der Brass-Band-Szene wegzudenken.

Die Herzen des Publikums berührt

Der zweite Vortrag, «Jubilee Overture», ist eine Auftragskomposition aus dem Jahr 1983. Das feierliche Werk von Philip Sparke, dem Meister des zeitgenössischen britischen Band-Stils, unterhielt mit einer kraftvollen rhythmischen Vitalität im Fanfarenstil. Mit dem gefühlvoll interpretierten Solo für Posaune «Sarabande en Bleu» spielte sich der Solist Lukas Balmer in die Herzen des begeisterten Publikums.

Die Enigma-Variationen aus dem Orchesterwerk «Nimrod» reflektieren humorvolle und ernsthafte Skizzen aus dem Freundeskreis des Komponisten Edward Elgar. Eine Herausforderung, welche die Phoenix Brass mit grosser Empathie interpretierte. Ein weiteres Highlight bot das Teststück der National Championships von 1913 «Labour and Love». Der musikalische Ausdruck und Hintergrund dieses Werks ist mit starken sozialen Bildern Englands verknüpft, welche die Band mit ihrem ausdrucksstarken Spiel spiegelte.

Dem opulenten Triumphmarsch «Einzug der Gladiatoren» folgte mit der Nabucco-Overture ein weiterer Höhepunkt. Dirigent Pascal Eicher wiederspiegelte die ganze Energie und Vitalität des Werks und übertrug die Kraft auf seine Spieler, die ein wahres Feuerwerk an festlichen Klängen darboten. Anschliessend an die lebendige Interpretation der «Portuguese Party» ertönte das klangvolle walisische Volkslied «David of the White Rock».

Verloren Geglaubtes in neuem Glanz

Nach dem höhepunktreichen Abend und dem Schlussbouquet «Slavonic March» wurde die Topleistung von Phoenix Brass vom begeisterten Publikum mit Standing Ovations gewürdigt. Durch den Abend führte Szene-Kenner Ernst Herzig. Er half mit, verloren Geglaubtes durch die Phoenix Brass in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Der Formation gelang es mit ihren packenden Darbietungen vollends, den Funken auf das Publikum zu übertragen. Bleibt zu hoffen, dass die «Phoenixe» auch nächstes Jahr wieder «aufsteigen.

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