Prostitution
Strich-Puff in Olten: Hier patrouilliert der Stadtpolizist alleine bei den Prostituierten

In Olten soll ein Stadtpolizist die Prostituierten stundenlang auf dem Strassenstrich über Tage hinweg schikanieren und ihnen so das Geschäft vermiesen. Nun der Beweis: Der neue Stadtpolizist raste am Montagabend tatsächlich hin und her.

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Sechs Dirnen beklagten sich bei TeleM1 darüber, dass ein Stadtpolizist ihr Geschäft vermiesen würde, weil er ständig patrouilliere und die Freier so vertreibe (siehe diese Geschichte). Die Stadtpolizei Olten wehrte sich daraufhin vehement gegen diese Vorwürfe.

Nur einen Tag später dann der Beweis in Olten auf dem Strich: Der neue Stadtpolizist rast am Montagabend tatsächlich nervös hin und her auf der Haslistrasse, mehrere Dutzend Mal, wie TeleM1 vor Ort gefilmt hat.

Das würde schon Nächte lang so gehen, sagen die Prostituierten. Und: Der Stadtpolizist sei jeweils alleine auf der Pirsch, was nicht üblich sei. Das geht den Prostituierten auf die Nerven: «Er spielt hier den Macker und schikaniert uns», sagt Dirne Larissa gegenüber TeleM1.

«Aus polizei-taktischen Gründen kann ich nichts sagen»

Sie zeigt sich ausserdem empört über die Reaktion der Behörden. Oltens Stadträtin Iris Schelbert hielt es am Montag noch für «unmöglich», dass ein Stadtpolizist alleine vor Ort patrouilliere. «Das gibt es nie», sagte sie. Doch am Dienstag mit dem neusten Beweismaterial konfrontiert, riegelt sie ab: «Wie die Polizei ihren Auftrag erfüllt, das bestimmt der Polizeikommandant».

Dieser mit den neusten Bildern konfrontiert, will noch immer nichts davon wissen, dass sein Stadtpolizist etwas falsch gemacht hätte. «Es ist nicht nur der Polizist. Aus polizeitaktischen Gründen kann ich nicht sagen, wie das vor sich geht in der Haslistrasse. Wir haben nicht nur ein Polizist dort im Dienst, es sind mehrere», sagt Mark Mark Haggenmüller, Kommandant der Stadtpolizei Olten.

«Das ist kein Arbeiten mehr!»

Laut TeleM1 ist jedoch kein anderer ausser dem schikanierenden Stadtpolizist jeweils vor Ort im Dienst. Er rase immer wieder im Jagdfieber durch die Haslistrasse und vertreibe so potenzielle Kunden. «Jedes Mal wenn ein Kunde bei mir anhält, fragt er, ob das die Polizei sei, und ob er gebüsst werde wenn er hier anhalte», sagt die Prostituierte Larissa weiter. «Dann sage ich einfach, dass er weiterfahren soll, dann gibt es bestimmt keine Probleme. Doch so ist es einfach kein Arbeiten mehr!», sagt die Prostituierte Larissa wutentbrannt weiter.

Die Polizei bestätigt immerhin: In den letzten drei Tagen hat sie 63 Freier zu 80 Franken gebüsst, weil diese sich nicht an das Halteverbot hielten. Und es geht laut Polizei so weiter: In den Sommermonaten würde sie die Kontrollen intensivieren – und damit den Dirnen das Leben schwer machen. (sha)

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