Solothurn

Streetparty in Solothurn: Zeigen, wem die Stadt gehört

Mit einer Kundgebung zwischen Party und Demonstration eroberten gestern Abend 250 Jugendliche den öffentlichen Raum. Dabei wurde ein Polizist leicht verletzt.

«Laut, bunt und widerspenstig», so die treffende Selbstbeschreibung der rund 250 Jugendlichen, die sich gestern zur «Streetparty» auf dem Amthausplatz versammelten und dann auf den Kronenplatz strömten - mit mobiler Lautsprecheranlage ausgestattet,einige mit Papptellermaske vermummt. Widerspenstig und rebellisch, so mutete der Anlass an, der in Wirklichkeit irgendwo zwischen Demo und Party einzustufen war.

Aber war denn die Aktion illegal? Laut Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, ist die Frage nicht so einfach zu klären: «Die Bewilligung wird meistens im Rahmen eines persönlichen Gesprächs erteilt. Dieses hat auch stattgefunden.» Jedoch komme es dann aber auch auf die Ausgestaltung der Kundgebung an.

Polizist hospitalisiert

Gerade die Ausgestaltung erwies sich aber nicht zu 100 Prozent im Sinne der «Erfinder», die sich hinter Masken nicht ausfindig machen liessen. So wurde ein Polizist von einer Büchse am Kopf getroffen und musste mit einer leichten Gehirnerschütterung hospitalisiert werden, wie die Stadtpolizei informierte.

Auch begleiteten Feuerwerkskörper die «Parade» durch die Altstadt - Musik aus Lautsprechern und von einer Live-Band steuerten noch einige Dezibel hinzu. Zum Redaktionsschluss war die Party noch in vollem Gange.

Systemkritik der Jugendkultur

«Wenn Du die Stadt verändern willst, musst Du die Strassen unter Deine Kontrolle bringen», so der Leitspruch, mit dem die Party im Vorfeld auf Plakaten beworben worden war. Und bei der St.-Ursen-Treppe folgte die klare Kampfdurchsage der Jugendlichen: der Politik, die nur die Wirtschaft und die Reichen bedienen, eine Jugendkultur entgegenzusetzen: «Zeigen wir ihnen, dass die Stadt uns, jenen die sie beleben, gehört.»

So würden Interessen, beispielsweise hinsichtlich der Kofmehl-Öffnungszeiten oder eines geforderten selbstverwalteten Jugendtreff schlicht ignoriert. Inwiefern die nicht ganz ohne Zwischenfälle abgelaufene Party diesen Interessen förderlich ist, bleibt abzuwarten.

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