An der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten ist ein Streit zwischen Akademikern entbrannt, wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt: Ein entlassener Mitarbeiter der Schule, ein Vietnamese, kämpft gegen einen renommierten Wirtschaftsprofessor und dessen Frau. Der Streit ist gar so weit eskaliert, dass die Staatsanwaltschaft Solothurn nun ein Strafverfahren gegen das Ehepaar führt. Der Tatbestand: unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem sowie Beschimpfung.

Die beiden Beschuldigten sollen das E-Mail-Konto des Vietnamesen geknackt haben.«Sie sind in meine Mailbox eingedrungen und haben dann in meinem Namen Leute beschimpft.» Zudem wurden in den Mails ehrverletzende Anschuldigungen und massive Drohungen ausgestossen, behauptet er. Hintergrund des Streits: Die Frau und der Vietnamese haben vor einiger Zeit zusammengearbeitet - im Rahmen eines Kooperationsprogramms zwischen der Fachhochschule Nordwestschweiz mit einer Universität in Vietnam. Die Frau sei an der dortigen Universität in einen Korruptionsskandal verwickelt. «Ihr wird vorgeworfen, einen für kommunistische Verhältnisse viel zu hohen Lohn erhalten zu haben.» Weil er von diesem Korruptionsfall Kenntnis habe, hätten die Frau und der Professor die drohenden E-Mails verschickt, um ihm zu schaden. Zudem hätten sie seine Entlassung veranlasst.

Der Vietnamese sagt: «Ich habe den Beschuldigten die Möglichkeit eingeräumt, sich bei mir zu entschuldigen. Sie haben von dieser Chance nicht Gebrauch gemacht. Stattdessen hat diese Frau mich an der Universität in Vietnam der sexuellen Belästigung bezichtigt, dies in der Schweiz aber abgestritten.» Zu den Vorwürfen sagt der Professor, der an der Schule eine Kaderfunktion innehat, auch im Namen seiner Frau: «Sie sind unwahr, teilweise sogar nachgewiesenermassen, und sie zielen ganz offensichtlich vor allem auf die Verletzung der Persönlichkeit meiner Frau und auch von mir selber ab.» Als Nächstes steht im Strafverfahren die Übersetzung von Schriftstücken aus dem Vietnamesischen in die deutsche Sprache an.