Balsthal
Standortgemeinde geht in die Offensive

Eine Analyse favorisiert für die Heilpädagogische Sonderschule einen Neubau statt einen Umbau in Mümliswil.

Peter Wetzel
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Solothurner Zeitung

Die Heilpädagogische Sonderschule Balsthal (HPS) ist seit 1977 in einer Villa und einem Schulcontainer an der Falkensteinerstrasse 20 untergebracht. Die Schule bietet heute 25 bis 30 geistig- und mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen Unterricht. Weitere Kinder sind in die reguläre Schule integriert und werden dort von Lehrkräften der HPS Balsthal unterrichtet. Die Räumlichkeiten an der Falkensteinerstrasse genügen den heutigen Anforderungen einer HPS schon lange nicht mehr.

Aus diesem Grund setzte der Gemeinderat eine Spezialkommission Neubau HPS ein. Diese fand südlich des Kindergartens am Rainweg mitten im Schulareal ein geeignetes Grundstück für einen Neubau. In der Zwischenzeit zeigte aber auch die Gemeinde Mümliswil Interesse an der HPS. Das Schulhaus Brühl wird nach dem Wegzug der Oberstufe nach Balsthal teilweise leer. Mit den frei werdenden Infrastrukturen bewirbt sich deshalb Mümliswil nebst Balsthal als neuer Standort für die HPS.

Basis für politischen Entscheid

Die Spezialkommission Neubau HPS, in der auch der Bereichsleiter Sonderpädagogik aus dem Amt für Kindergarten und Volksschule vertreten ist, liess vom Planteam S AG (Solothurn) eine vergleichende Analyse machen. Das Neubauprojekt in Balsthal wurde dem Umbauprojekt in Mümliswil gegenübergestellt. Bei den Themen «behindertengerecht», «Brandschutz und Fluchtwege» sowie «Kosten» wurden auch Experten von Fachstellen beigezogen. Die Analyse bezweckt eine neutrale Zusammenstellung von Grundlagen für einen politischen Entscheid. Diese lag nun dem Gemeinderat in Form eines umfangreichen Berichtes vor. Dabei wurden zum Beispiel Kriterien wie Erreichbarkeit, Bauweise und Zugänglichkeit, die auf Behinderte ausgerichtet ist, Integration in Schulbetrieb, Aussenraumqualität, Nutzbarkeit Investitions- und Betriebskosten und anderes mehr bewertet.

Mümliswil: Überarbeitung nötig

Als Zusammenfassung ist in der Analyse zu lesen: «Auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Projektpläne ist der Standort in Mümliswil nicht für diese Form der Umnutzung geeignet.» Es gebe zwar kein «Killerkriterium», doch zeige das Projekt funktionale wie auch gewichtige technische Schwächen auf. Das heute so preisgünstige Umbauprojekt bedinge eine Überarbeitung, die sich auf die Kosten niederschlagen werde.

Aus diesen Gründen empfiehlt die Untersuchung einen Neubau in Balsthal als Ersatz für das heute genutzte Gebäude, welches sich im Privatbesitz befindet. Ein Neubau in Balsthal könne fast alle erforderlichen Kriterien erfüllen. Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der Vergleichsanalyse und stellte sich einstimmig hinter die Schlussfolgerungen des Planteams. Die Spezialkommission Neubau HPS will beim Erziehungsdepartement vorstellig werden mit Ziel, den geplanten HPS-Neubau in Balsthal endlich zu realisieren

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