Stadtbummel Solothurn
HESO-Depression

Christina Varveris
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Ab dem 24. September ist wieder HESO-Zeit.

Ab dem 24. September ist wieder HESO-Zeit.

Hanspeter Bärtschi

Wer, wie ich, stets noch dieses kleine bisschen Hoffnung in sich trägt, ich muss Ihnen sagen: Es ist aus. Er ist vorbei. Der Sommer. Definitiv. Und nicht, weil sich bereits die ersten Blätter an den Bäumen verfärben, nicht, weil es regnet und auch nicht, weil die Badi morgen zu macht … Der Sommer ist dann weg, wenn die HESO da ist.

Christina Varveris

Christina Varveris

Hanspeter Bärtschi

Die Hoffnung, die stirbt ja zuletzt, sagt man. Vor allem nach einem miserablen Sommer wie die paar Tage im Juni dieses Jahr. Es wird bestimmt nochmals heiss, haben wir gesagt und die kurze Hose angeschaut. Und dann die Regenprognosen gesehen. Es wird bestimmt nochmals warm, haben wir gesagt, nächste Woche dann. Oder halt übernächste.

Die kurze Hose blieb im Schrank, den Schal hingegen, den hatten wir stets dabei. Zuletzt ist jetzt. Sobald sich die HESO-Zelte erheben, kippt meine Stimmung. Denn die Hoffnung zu verlieren, ist, wie wenn man auf dem WC sitzt und kein Klopapier mehr in Reichweite hat. Oder wenn man voll eingeseift unter der Dusche steht und es klingelt an der Tür. Oder wenn die letzte Episode der Lieblingsserie zu Ende geht. Oder wenn du merkst, dass du die Garderobe wechseln musst, weil der Pulli, der zur Wetterprognose passt, im Keller ist.

Ein Gefühlsmix aus Verzweiflung, Ärger und tiefer Trauer.

Und das transformiert sich dann in die HESO, die arme. Sie kann ja nichts dafür und alle, die den Winter mögen, können mein Gejammer jetzt gar nicht verstehen. Geh doch an die HESO – sie beginnt in einer Woche – und trink ein Glas Weissen, werden sie mir zurufen. Ja, muss ich wohl, und einen Glühwein obendrauf.

Ich brauche noch ein paar Tage, ein paar Kürbissuppen, ein paar heisse Maronis und warme Ovos. Und dann soll er halt kommen der Winter mit Nebel, Moonboots, Mantel und Mütze. Bis dann bin ich auch wieder bereit, eine neue Hoffnung keimen zu lassen. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt. Nächstes Jahr. Oder übernächstes.

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