Voller Neugier und Tatendrang stürmen die Kinder der 3./4. Klasse des Wildbach-Schulhauses in Solothurn die Reithalle. Rasch verteilen sich die Schülerinnen und Schüler in der Halle und besuchen die unterschiedlichen Stände jeweils in Zweier- oder Dreiergruppen. Wir gehen mit Ihnen mit und lassen uns überraschen.

Gleich beim Eingang stoppen einige Schülerinnen beim gemeinsamen Stand der login Berufsbildung AG / Vogt AG Lostorf. Sofort können sie aktiv mitmachen: Mithilfe einer Presse kann aus farbigen Kabeln ein schöner Schlüsselanhänger gefertigt werden. «So cool, diesen dürfen wir behalten», sagen die Mädchen begeistert.

Bei diesem Stand, wie auch am Ypsomed-Stand, dürfen die Schülerinnen eine eigene Taschenlampe herstellen: LED Lichter einbauen, löten, Teile zusammensetzen, feilen und obendrauf noch ein Plexiglas befestigen; konzentriert und mit viel Fingerspitzengefühl sind die Schülerinnen dabei.

Impressionen von der «TunSolothurn» in der Solothurner Reithalle

Impressionen von der «TunSolothurn» in der Solothurner Reithalle

Uhrwerk und Schaltkreis

Gleich gegenüber verweilen einige Schüler beim Uhrenhersteller Eta: Auch hier gibt es vieles zu erleben. Die Kinder starten mit einem Spiel: Wer kriegt es hin, genau bei sechs Sekunden den Buzzer zu drücken? Beim ersten Versuch klappt es nicht, aber nach einigen Anläufen erreichen sie das Ziel.

Anschliessend können sie ein kleines Uhrwerk zusammenstellen: Haufenweise kleine Teilchen, die in der richtigen Kombination und mit viel Geduld ein Uhrwerk ergeben. Unterdessen kann ein anderer Teil der Gruppe einen Schaltkreis bauen.

Hierfür müssen sie ganz genau den Anweisungen folgen. Sollten diese einmal nicht verständlich sein, helfen prompt die Betreuungspersonen der Eta mit. «Das schaffen wir aber mit links», sagt ein zehnjähriger Schüler.

Eine grosse Gruppe Mädchen und Knaben befindet sich beim Standort der FHNW Technik und versucht mit einem Roboter – gesteuert mittels Joystick – Bauklötze zu stapeln. Ein Schüler meint: «Ich kann das sowieso, ich spiele ja auch mit der Playstation».

Es stellt sich jedoch heraus, dass die Robotersteuerung schwieriger ist, als es scheint. Auch mittels Joystick steuert in der Zwischenzeit eine andere Schülerin einen Roboter mit Kamera. Sie hat dazu noch eine Brille auf, die ihr zeigt, was die Roboterkamera alles sehen kann. Am Schluss des Experiments meint sie: «Super! Es wurde mir aber ein bisschen schwindlig.»

Daneben versuchen sich einige Schüler als Lebensmitteltechniker beim Stand der FHNW Life Sciences. Die Herstellung von Brausetabletten erfordert Genauigkeit, denn die verschiedenen Zutaten sollten korrekt zusammengemischt werden, «ansonsten wird es nicht lecker», erklären die Kinder. SimplyScience.ch bietet Experimente mit der Molekularküche an. Hier stellen die Schüler Karottensaftperlen her und kreieren ihre eigene Badebombe.

Viele Kinder experimentieren zur gleichen Zeit beim Verein Union Schweizerischer Kurzwellen Amateure. Sie löten wahrscheinlich ihren ersten Elektronik-Bausatz zusammen. Am Schluss wird daraus ein Schubladenalarm, der mit einem Piepsen auf Licht reagiert: «In der Schublade versteckt, werde ich nun herausfinden, ob mein Bruder meine Schokolade herausnimmt», meint eine Schülerin. Diese nicht einfache Aufgabe interessiert die jungen Tüftler sehr – sie stehen Schlange.

«Die Kinder hatten Spass»

Damit sie ja nichts verpassen, besuchen sie zum Abschluss noch die offengebliebenen Experimentierangebote. Einige zielen auf den Stand der Swiss Precision, um ein Spiel aus Metall zu bauen: Zuerst sehen sie, wie Metallstäbe produziert werden, dann können sie Löcher in die Metallplättchen bohren und anschliessend Nummern auf die Metallplättchen stanzen; am Schluss wird mit dem Laser ein Logo darauf gesetzt.

Andere Schüler versuchen sich abschliessend noch im Programmieren bei der Höheren Fachschule für Technik Mittelland oder machen beim Stand der Regio Energie einen Fotohalter aus Röhren, damit sie sich noch lange an diesen Tag erinnern können.

Am Schluss lächeln alle Schulkinder und gehen etwas widerwillig wieder aus der Rythalle heraus. Nicht nur für sie war dieser Tag erfolgreich, auch die Lehrpersonen zeigen sich positiv überrascht: «Es ist einmal ein etwas anderer Anlass, die Kinder hatten sichtlich Spass», so Lea Zellweger.

Die Atmosphäre sei locker gewesen und trotzdem hätten die Schüler und Schülerinnen vieles gelernt. «Schwierige Sachverhalte wurden experimentell dargestellt. Auch für die Berufswahl scheint diese Veranstaltung optimal.»