Für den Sturm, der nicht kam, hatte der Initiant des Klosterplatzfestes, Roger Liggenstorfer, vorgesorgt. Damit seine Solothurner Stars Bensch, Fernando von Arb und eben Jane Bogaert nicht vom Winde verweht würden. Dabei ist das Klosterplatzfest nur ein, wenn auch zentraler Teil des grossen Stadtfests, das die Regio Energie Solothurn zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum «komponiert» hat. Oben im Schanzengraben toben sich die Kids am Spielfest aus, und als eigentliche Entdeckung gilt das Festareal des Veranstalters selbst, zwischen dem «Solheure» und der Rötibrücke.

Historischer Märet als Hit

Drinnen im Festzelt produzieren sich «Willy Tell & sini Bänd» vor gut besetzten Reihen nicht mehr bloss auf der Bühne, sondern sogar den Bänken aus. Der Deep-Purple-Klassiker «Smoke on the Water» kommt – verzerrt und auf Mundart – gut an. Auf der Aare hat sich der «Smoke on the Water» von 1270 gegrillten Gratis-Bratwürsten verzogen – so viele wurden nämlich vom Weltrekord-Gasgrill weggeputzt. Die Zahl liefert Event-Manager Harri Kunz und doppelt nach: «Am Nachmittag hatte es sehr viele Leute.»

Auch Felix Strässle, Direktor der Regio Energie Solothurn, ist mit dem Festverlauf zufrieden: «Es herrschte eine aufgestellte Stimmung, auch bei unseren Angestellten.» Denn rund ein Drittel der Belegschaft machte im Schichtbetrieb mit, beispielsweise als Auskunftspersonen in der Jubi-Tour-Zeltstadt, die über viele Aspekte in der langen Geschichte des Energieversorgers informierte. Höhepunkt der Festivitäten war für Strässle, wie Projektleiterin Angela Zangerl, der Historische Märet. «Sehr schön, dass 90 Prozent der Marktfahrer mitgemacht haben», rühmt Zangerl. «Viele Leute haben gesagt, das sollte man jeden letzten Samstag im Monat machen», fügt Strässle an. Auffällig auch die vielen Spezialaktionen, welche sich die Marktfahrer einfallen liessen – von Cervelats für 49 Rappen bis zum Schaukäsen sur place reichte die Palette.

Auch die Vorstadt «zog»

Besorgte Gesichter dagegen um 18 Uhr im Unteren Winkel, wo etwas «abgehängt» vom übrigen Fest das OK des 15. Street Music Festivals der Dinge harrt, die bis jetzt nicht kommen wollen. Hält das Zusammengehen mit der Regio Energie das Publikum eher in der Altstadt drüben fest, jetzt bei diesen kühlen Temperaturen und dem riskanten Verzicht auf ein Festzelt? Um 19 Uhr hellen sich die Mienen auf. Vor Uelis Risottokessel bildet sich die übliche Schlange, die Fangemeinde ist da und freut sich über den wie meist gelungenen Mix an Bands. Und als unter blank geputztem Sternenhimmel, der nur Gutes für die Matinee der Streetband Eigebröi anderntags verheisst, der Affenzirkus der Formation «The Music Monkeys» mit ihren mitreissenden Ska-, Reggae- und Latin-Versatzstücken über Mitternacht hinaus Zugaben abholt, da steht fest: Das grosse Stadtfest war ein gelungenes Finale des Sommers 2011.