Solothurn
Zwei Seen und 49km in drei Tagen: Romano Mombelli schafft die Challenge

Romano Mombelli durchschwamm innerhalb von drei Tagen den Zuger- und Vierwaldstättersee. Der Wind stellte sich als echte Herausforderung für den 28-jährigen Solothurner heraus.

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Romano_kurz nach der Rigi_JPG
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An einem Stock wird dem Schwimmer Nahrung gereicht
Der Solothurner mit Luzern im Hintergrund.

Romano_kurz nach der Rigi_JPG

zvg

Am Montag meisterte der 28-jährige Solothurner die erste Etappe seines Pionierprojekts Uri Schwyz und Untergang 2.0. Bei strahlendem Wetter und spiegelglattem See wagte er sich um 9.05 Uhr in die Fluten des Zugersees, dem zehntgrössten See der Schweiz. Souverän habe er den rund 15 km langen Zugersee von Art Goldau nach Zug in 3 Stunden 32 Minuten und 48 Sekunden durchquert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Die Distanz, die das Eineinhalbfache eines Marathons beträgt, legte Mombelli etwas schneller zurück als angenommen. «Die warmen Wassertemperaturen, wenig Wind und Sonnenschein machten die Längsquerung zu einem tollen Erlebnis», so das nüchterne Resümee des Schwimmers zur Auftaktetappe des Projekts. Diese wollte Mombelli möglichst kraftsparend absolvieren, da die Königsetappe am Mittwoch ja noch anstand. Deswegen waren ihm vor allem eine gleichmässige Schwimmfrequenz und die regelmässigen Fütterungen (alle 20 Minuten) wichtig.

«Das Mythenspiel wurde zu einer richtigen Challenge»

Am Mittwoch stieg der Open Water Schwimmer dann in den vielfältigsten und unberechenbarsten See der Schweiz, den Vierwaldstättersee. Diesen durchquerte er als erster Schwimmer überhaupt nonstopp der Länge nach. Mit einer Rekordzeit von 12 Stunden 38 Minuten und 45 Sekunden meisterte er diese Challenge.

Der Start in Flüelen erfolgte in der Früh bei spiegelglatter Seeoberfläche. Mombelli war zwischenzeitlich mit über 4 km/h unterwegs und hatte eine Vorsprung von gut 60 Minuten auf die erwartete Schwimmzeit. Auf der Höhe Vitznau kam ein starker Westwind auf, der den zweiten Teil des Sees in ein wahres Mythenspiel mit Wind und Wellen verwandelte. Die starken Gegenwinde führten zu sogenannten Kabelwellen, die vom Schwimmer zusätzlichen Kraftaufwand fordern und die Schwimmgeschwindigkeit verlangsamen. «Das Mythenspiel wurde zu einer richtigen Challenge bis ins Luzerner Seebecken hinein, aber a smooth lake never made a skilled swimmer», lässt sich der erschöpfte Schwimmer zitieren.

Triple Crown als nächstes Ziel

Die nächste Challenge, die Mombelli ins Auge fasst wird – sofern es die Coronasituation zulässt – die Triple Crown sein. Diese beinhaltet den 46 km langen Manhattan Island Marathon Swim in New York, den Catalina Channel in Kalifornien und die Königin unter den Meerengen: Den Ärmelkanal.

Das Ziel ist es, diese drei Etappen als erster Schweizer der Geschichte, innerhalb eines Jahres zu absolvieren. (mgt)