In der Grossverteiler-Szene von Solothurn tut sich einiges – oder eben nicht: Manor Food in der Schanzmühle ist in einem Monat Geschichte, und die Pläne für ein Coop-Center auf dem alten Kofmehl-Areal wurden nach 14 Jahren juristischem Hickhack mit einem Anwohner definitiv begraben.

Allerdings machte Coop primär den veränderten Flächenbedarf im Detailhandel für den Aufgabe-Entscheid verantwortlich. Nicht in diese Richtung scheint man bei der Migros Aare zu denken, die offenbar nach dem Umbau ihres Stadt-Centers an der Wengistrasse trotz des nahen Ladendorfs weiterhin an eine Standort-Expansion auf Stadtboden denkt.

Das Öufi-Areal bleibt angesagt

Schon lange ausgesteckt ist ein Neubau auf dem sogenannten Öufi-Areal beim Jumbo-Kreisel. Migros plant dort Verkaufsflächen für sich und Denner – bei unserer letzten Nachfrage im Oktober hatte es seitens der Areal-Eigentümerin, der Sasolim AG, geheissen, man müsse das Baugesuch noch «etwas nachbessern».

Auch auf dem Öufi-Areal beim Jumbo-Kreisel soll gebaut werden.

Auch auf dem Öufi-Areal beim Jumbo-Kreisel soll gebaut werden.

Viel Neues kann Andrea Bauer, Mediensprecherin von Migros Aare, dazu nicht mitteilen, und schon gar nicht nennt sie einen Termin. «Die Migros Aare ist mit dem Eigentümer des Areals in der Planung. Wir haben einen gültigen Mietvertrag und möchten einen Supermarkt und einen Denner an diesen Standort bringen», meint sie dazu lediglich.

Und an der Baselstrasse?

Diesen Frühling wollte ursprünglich Migros an der Baselstrasse in der ehemaligen Amag einen weiteren Center eröffnen. Darauf deutet jedoch noch nichts hin. Im Oktober bestätigte der orange Riese nur, dass die auf dieses Datum geplante Übernahme des Gebäudes durch Migros Aare noch nicht erfolgt sei. Auch kamen Spekulationen auf, dass die nach 2020 geplante Doppelspurigkeit des Aare-Seeland-Mobil-Geleises für das Bipperlisi mit ein Grund für das Zuwarten sei.

Auch für diesen Standort bleibt Andrea Bauer aber zuversichtlich – und vage: «Unser Baugesuch ist eingereicht, die Migros Aare ist in engem Kontakt mit den Behörden und bestrebt, eine Lösung für die Bipperlisi-Problematik zu finden. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir einen Supermarkt in der ehemaligen Amag realisieren werden.»

Begründungen, wie sie Coop bei der Projekt-Aufgabe an der Westumfahrung geliefert hat, sind für Migros offenbar nicht unbedingt ein Thema mit demselben Stellenwert. Auf die Frage, ob man angesichts des Strukturwandels im Detailhandel die Grösse der Geschäftsflächen überdenke und bei Migros ein ähnlicher Denkprozess im Gange sei, der die beiden Projekte in Solothurn beeinflussen könnte, antwortet die Mediensprecherin lakonisch: «Für Solothurn haben wir bereits massgeschneiderte Lösungen für die Nahversorgung, so wie das inzwischen von der Kundschaft gewünscht wird.»

Auch die Spekulation, dass Migros die zwei neuen Standorte nur angekündet hat, um Entscheide wie jetzt die Aufgabe von Coop und oder auch jene von Manor Food in wenigen Wochen zu provozieren, lässt man bei Migros Aare nicht gelten. So dementiert denn auch Andrea Bauer, dass man sich nach Entscheidungen der Konkurrenz richte und entsprechend verhalte. «Wir richten uns immer nach den Bedürfnissen unserer Kundschaft und sind überzeugt, dass unsere Standort-Strategie für Solothurn nach wie vor die richtige ist», bekräftigt sie nochmals das Festhalten am Vorgehen in der Stadt Solothurn.