«Vor 40 Jahren, beim Bau des Parkhauses Bieltor, hat sich die Parking AG noch überlegt, eine Tankstelle einzubauen. Damals noch für Benzin. Gott sei Dank ist es nie soweit gekommen», begrüsste Niklaus Studer, Verwaltungsratspräsident der Parking AG, die Eröffnungsgäste zu einer Errungenschaft, die für Studer «die Zukunft» ist: eine Betankungssäule für Elektroautos oder kurz E-Mobiles.

Sie steht prominent angeordnet auf dem ersten Parkdeck des Parkhauses Baseltor und erlaubt auf zwei grü- nen Parkplätzen das gleichzeitige Betanken von zwei E-Mobiles. «Wir mussten dafür aus drei Parkplätzen zwei machen», verwies Studer auf ein Phänomen, dass die Parking AG auch veranlasst hatte, im untersten Parkdeck sogenannte XXL-Parkplätze einzurichten.

«Nicht die Parkplätze sind zu schmal, sondern die Autos zu breit», meinte er pointiert angesichts der Tatsache, dass auch bei den E-Mobiles die Breite ein Kriterium ist – ein Tesla beispielsweise übertrifft zwei Meter.

Richtiger Entscheid

«Wir sind überzeugt, dass der Entscheid richtig war», meinte Niklaus Studer weiter. Die Stadt Solothurn habe den Ball vor zwei Jahren mit der gutgeheissenen Motion von SP-Gemeinderat Matthias Anderegg zur Förderung der E-Mobility aufgenommen und sei schon damals an die Parking AH gelangt. «Wir haben nicht nur die Parkplätze grün angestrichen», merkte Studer pointiert zur bisherigen Massnahme der Stadt an.

Die Parking AG finanziere das neue Angebot selbst, unterstützt von der AEK. «Wichtig ist allerdings, dass nur sauberer Strom getankt wird. Wenn es sich um solchen aus deutschen Kohlekraftwerken handelt», nützt das gar nichts. Bis Ende Jahr kann im Baseltor gratis getankt werden, dann rechnet man mit Kosten von 8 bis 10 Franken für eine Betankung.

«Wir hoffen, dass die beiden Parkplätze auch dafür genutzt werden und nicht geparkt wird, ohne zu tanken», appelliert Niklaus Studer an die Vernunft der Automobilisten. Weitere Stromzapfsäulen seien nicht geplant, «wir beobachten die Entwicklung».

Norwegen ist führend

Eine Lanze für die Elektro-Mobilität brach AEK-Direktor Walter Wirth – er selbst fährt ein E-Mobil und vertraut auf der Autobahn weitgehend dem autonomen Fahrsystem seines Wagens. «Die Automobilwelt ist nervös», sieht er grosse Veränderungen in Sachen Mobilität auf die Welt zukommen – umso mehr, als ein Branchenfremder, nämlich die kalifornische Firma Tesla, den Markt aufmischt.

Wirth sieht auch Probleme auf die (Schweizer) Autoindustrie-Zulieferer zukommen, wenn sich der Markt für E-Mobiles so rasant weiterentwickelt, wie das in Norwegen oder in China schon der Fall ist. Denn ein Elektroauto komme mit viel weniger Teilen aus, als eines mit Verbrennungsmotor. «In Norwegen sind schon 25 Prozent aller Auto als E-Mobiles zugelassen und bald 20 Prozent im Verkehr», betonte Wirth.

Und das in einem Land, das grosse Erdgas- und Öl-Vorkommen aufweise. «Ökologisch hat ein E-Mobil nur Vorteile. Der grösste ist der Wirkungsgrad seines Motors. Er liegt bei 90 Prozent, gegenüber dem Verbrennungsmotor mit nur 20 Prozent.»

Die AEK will beraten und beim Aufbau von E-Mobile-Flotten mithelfen. Und so erklärte Bruno Ziegler, Geschäftsführer der AEK-Tochterfirma Ziegler AG, was Autofahrer beim Tanken im Parkhaus zu beachten haben. Vor allem müssten sie das Betankungskabel selbst mitbringen.

«Die meisten tanken hier auch nicht voll, sondern informieren sich über eine App, wo die nächste Tankgelegenheit besteht, wenn sie weiterfahren.» Dringend riet er, E-Mobiles wie bei seinem Firmenlieferwagen mit einem Schnellladesystem auszurüsten.