Stadtbummel Solothurn

Zwei! Grossereignisse!

Fasnacht 2017: Chesslete Solothurn mit Oberchessler reto Stampfli

Chesslete Solothurn: Nutzen wir die paar Tage, um bis dahin zu verschnaufen.

Fasnacht 2017: Chesslete Solothurn mit Oberchessler reto Stampfli

Wenn sich in Solothurn die Freinächte konzentrieren, ist das einem kalendarischen Zufall zu verdanken. Selten sind Filmtage und Fasnacht so nahe beieinander wie dieses Jahr. Da ist viel Flexibilität vonnöten.

Ein seltenes Phänomen, das wir derzeit in unserem Stedtli erleben. Etwa so selten wie der Super-Blau-Blutrotmond vom vergangenen Mittwoch. Hätten wir ihn nur sehen können – denn wolkenlose Himmel sind derzeit in etwa ebenso selten wie besagtes Phänomen. Ähnlich selten wie besagtes Phänomen erleben wir die Tatsache, dass Solothurn mit Traditionen bricht (die Öffnung aller Fasnachtszünfte für Frauen – wäre das nicht mal was?), einen Samstags-Märet ausfallen lässt oder neu eröffnete Beizen mit offenen Armen empfängt.

Von Bierglas zu Bierglas

Die Rede ist vom kalendarischen Zufall, der uns binnen zwei Wochen zwei Grossereignisse schenkt. Zwei! Grossereignisse! Filmtage und Fasnacht liegen heuer derart nahe beieinander, dass sich Filmaficionados und Narren beinahe die Fackel beziehungsweise das Bierglas in die Hand drücken können. Gerade mal sechs Tage haben wir zwischen dem letzten Festivaltag und der Chesslete Zeit, um zu verschnaufen.

Eine gute Gelegenheit, zwischen Filmtagebesucherandrang und Guggenmusikgejohle kurz innezuhalten und sich zu fragen: Wie zur Hölle überlebe ich das? Wir Solothurnerinnen und Solothurner sind ja nicht gerade ein einig Volk von Partymachern. Vermutlich mangels Möglichkeiten. Unter der Woche nach Mitternacht noch ein Bierchen trinken – pfff, wer braucht das schon. Und jetzt: sieben Freinächte an den Filmtagen, mindestens vier an der Fasnacht. Gefühlt läuft das ganze restliche Jahr über in der Altstadt nicht so viel wie in diesen 14 Tagen. Wie soll man da noch ruhig schlafen?

Kalt, voll und feucht

Ein unterschiedliches Publikum ziehen sie ja schon an, die Filmtage und die Fasnacht. Die Anlässe verbindet nur wenig (an beiden ist es kalt, voll und es gibt immer etwas zu trinken) und es wird wohl nur wenige Stadtbewohnerinnen und -bewohner geben, die sich Film- wie Fasnachtstage ins Getümmel stürzen. Wer aber das nötige Durchhaltevermögen hat und sich nach vergangenen Filmtage-Nächten und -Tagen nächste Woche auch noch die Solothurner Fasnacht einverleiben will, dem sei geraten:

Wechseln Sie Ihr (schwarzes) Filmtage-Outfit kommenden Donnerstagmorgen in ein weisses Hemd. Etwas Rotes um den Hals kann bleiben. Reden Sie nicht mehr über homosexuelle Fussballer, Gentrifizierung oder Schulen für autistische Kinder, sondern wählen Sie Themen wie Tempo 30 auf der St. Niklaus-strasse, die ewige, offenbar auch noch nach den Wahlen aktuelle Frage der Stadtpräsidiumsnachfolge, den «Chritz» um die Märetplatz-Bratwurst oder, was immer gut ankommt, veräppeln Sie den einen oder anderen (linken oder rechten) Lokalpolitiker. Kosmopolitisch und gesellschaftskritisch gibt sich Solothurn nicht nur an den Filmtagen. Auch an der Fasnacht ist man weltoffen («rund um»!) – nur ist die Welt eine etwas kleinere.

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