Von Urs Amiet werden Wasserfahrten zu sehen sein, aufgenommen mit einer selbst gebauten Lochkamera. Auf verschiedenen Fliessgewässern der Schweiz lässt er diese seit Sommer 2016 frei schwimmen. Die Kamera dreht sich um die eigene Achse, schaukelt auf den Wellen und treibt mit der Strömung. Während der Aufnahmedauer beschreibt das Licht das Papiernegativ mit dem zurückgelegten Wasserweg. In der Ausstellung wird auch die Lochkamera zu sehen sein, mit der die Fotografien hergestellt werden. Das Entwickeln und Bauen der Kameras gehört zum Bildfindungsprozess. Die entstandenen Fotografien sind nicht vorstellbar. Es sind Bildexperimente, die sich unserer visuellen Wahrnehmung entziehen. Die Arbeit wird weitergeführt.

Von Simon von Gunten werden Bilder seines freien Langzeitprojekts «Cutis» (lat. «Haut») gezeigt. Dieses macht Lebensgeschichten und Erfahrungen von Menschen auf ihrer Haut sichtbar. Dazu wird das Medium der reflektierten UV-Fotografie benutzt, das heisst, es wird neben sichtbarem Licht auch ein Teil Licht aufgenommen, das nur für die Kamera, jedoch nicht für das menschliche Auge sichtbar ist. Daher versteht sich «Cutis» auch als eine Demonstration zur Begrenztheit der menschlichen Wahrnehmung. In der Ausstellung hat der Besucher und die Besucherin ebenfalls die Möglichkeit, die verborgenen Geschichten auf dem eigenen Gesicht selbstständig live zu erforschen. (mgt)

Vernissage: Freitag, 8. September, 19 Uhr. Einführung durch Kuratorin Miryam Abebe. Ausstellungsrundgang mit Urs Amiet und Simon von Gunten am Sonntag, 10. und 17. September, 19 Uhr. Bildersoirée am Donnerstag, 21. September, 19.30 Uhr. Meinrad Schade berichtet von seiner Arbeit in Israel, Golan, der Westbank und Gaza. Infos: www.s11.ch