Solothurn
Zwangsstopp für Busse und schmalere Strasse: In der Vorstadt ändert sich einiges

Sollen die Linienbusse einander in der Berntorstrasse weiterhin kreuzen können, oder ist eine Einbahnlösung mit Ampelsteuerung möglich? Die Frage soll mit einer Versuchsphase beantwortet werden.

Wolfgang Wagmann
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Bis im Februar werden die BSU-Busse durch zwei Ampeln bei der Wengibrücke und dem Rossmarktplatz am Kreuzen gehindert.

Bis im Februar werden die BSU-Busse durch zwei Ampeln bei der Wengibrücke und dem Rossmarktplatz am Kreuzen gehindert.

Wolfgang Wagmann

Montagmittag: Mit einem Hebekran verlegen Monteure der Regio Energie Solothurn dicke, orangefarbige Kabelstränge beim Rossmarktplatz. Es geht darum «Pfuus» für die Ampel zu erzeugen, die noch der Dinge harrt, die da kommen werden. Gemeint sind rund 450 BSU-Busse, die täglich durch das Nadelöhr der Berntorstrasse brausen.

Ab nächsten Montag, 21. Oktober, werden sich die Chauffeure allerdings öfters mit einem Zwangsstopp anfreunden müssen: Im Engpass Berntorstrasse wird getestet, ob der Fahrplan auch ohne das raschere Kreuzen einzuhalten ist. Benedikt Affolter, Chef Tiefbau: «In der Versuchsphase, die bis Ende Februar dauern dürfte, werden wir dort auch die Fahrbahn verengen. Es geht darum, ob die Anlieferungen in der Berntorstrasse nicht zu Konfliktsituationen mit dem Busverkehr führten. Dazu werden wir auch Video-Aufzeichnungen veranlassen.

Was sonst noch anders wird

Doch nicht nur die zwei Ampeln mit zwischendurch aufeinander wartenden Bussen werden neu für die Vorstadt sein. Auch das Verkehrsregime wird zumindest vorübergehend umgekrempelt. Wohl die wichtigste Änderung: Aus dem Oberen Winkel kann der motorisierte Verkehr nicht mehr nach links in die Berntorstrasse ein- und abbiegen, sondern gelangt geradeaus über den Unteren Winkel und die Prisongasse zum Rossmarktplatz. Neu darf auch aus der Berntorstrasse in die Adlergasse eingebogen werden und die SBB-Unterführung beim Alten Spital wird beidseitig für die Durchfahrt geöffnet.

Zwar ist das Ganze nur ein befristeter Test, dem vor allem der BSU, der um die Einhaltung der Fahrpläne bangt, skeptisch gegenübersteht. Und an einer allerdings schwach besuchten Anwohner-Info hagelte es Kritik zu den geplanten Änderungen des Verkehrsregimes. Doch für Benedikt Affolter gehören die Änderungen zum allfälligen neuen Konzept, «und wir halten deshalb an unserer Planung fest».

Der Wunsch der Anstösser

Dabei haben die Anstösser der Berntorstrasse, vor allem Wirtsleute, das Stadtbauamt in einem Schreiben mit 14 Unterschriften aufgefordert, die Trottoirs zu verbreitern, damit mehr Platz für Fussgänger und das Wirten draussen entsteht. «Falls diese Variante zum Zug kommt, wird die Fahrbahn auf 4,50 Meter verengt, was der Begegnungssituation zwischen dem Bus und einem Velofahrer entspricht», so Affolter.

Wie es dann weitergeht

Sicher attraktiver wird der Bereich zwischen Dornacherstrasse und Rossmarktplatz mit einer Umgestaltung, die zuerst noch dieses Jahr geplant war. «Nun möchten wir damit nächstes Jahr so früh als möglich beginnen», erklärt der Chef Tiefbau. Zwar ist noch eine Einsprache gegen die Umgestaltung beim Kanton hängig. Doch hofft Affolter, dass diese keine aufschiebende Wirkung erhält.

Erst nach dem Rückbau könnte auch das neue Verkehrsregime mit einer Begegnungszone in der Hauptbahnhofstrasse – ihre Umgestaltung soll nächsten Sommer erfolgen – und Tempo 30 bis in die Glacismatt eingeführt werden. Definitiv erst 2015 würde die Berntorstrasse rückgebaut – sofern der jetzige «Verschmälerungstest» als tauglich bewertet wird.