Zusammenkunft
Wenn sich einstige Patrizier treffen: Die Familie von Sury lud nach Solothurn ein

Zirka alle fünf Jahre trifft sich die Familie von Sury. Meist ist dieses Familientreffen in Frankreich, wo die meisten wohnen. Doch dieses Jahr luden Felix und Susan von Sury nach Solothurn ein. Hier, wo die Familie einst bedeutend war.

Fabio Vonarburg
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Familienfoto auf der Treppe der St.-Ursen-Kathedrale. 120 Personen kamen an das Familientreffen der Familie von Sury nach Solothurn.

Familienfoto auf der Treppe der St.-Ursen-Kathedrale. 120 Personen kamen an das Familientreffen der Familie von Sury nach Solothurn.

zvg

Ein Hauch «Ancien Régime» kehrte zurück nach Solothurn. Zumindest für drei Tage. Die Familie von Sury – eine der einflussreichsten Familien in Solothurn während der Patrizierherrschaft vom 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts – hielt Einzug in die Stadt. Das Solothurner Ehepaar Felix und Susan von Sury Buessy zusammen mit Vertretern des Zweiges der von Sury d'Aspremont hatten zum Familientreffen geladen.

Ein Grossteil der 120 Gäste reisten aus dem Ausland an. Denn nach dem Ende des Ancien Régime hat sich die Familie verstreut, mittlerweile findet man mehr von Surys in Frankreich als in der Schweiz. «Sie sind aber stolz, dass sie von Solothurn sind», sagt Felix von Sury, und:

«sie haben den Besuch in ihrer Vaterstadt sehr genossen, auch dank dem prächtigen Herbstwetter».

Wieder einmal an den Ort zu reisen, von dem man eigentlich stammt, war die Motivation für das Treffen gewesen,das ursprünglich für 2020 geplant war. Alle fünf Jahre treffen sich die von Surys meist in Frankreich. Felix von Sury war bislang zweimal an einem solchen Treffen dabei. Als dieses zuletzt in den 90er-Jahren in Solothurn stattfand, lebte er gerade im Ausland und konnte nicht dabei sein.

«An mehreren Stationen in der Stadt haben wir unseren Gästen die Bedeutung der Familie von Sury für Solothurn nähergebracht»,

sagt Felix von Sury. Ein Halt war bei der Jesuitenkirche. Hier ist noch heute das Wappen von Johann Victor von Sury zu sehen, dem Hauptwohltäter dieser Kirche.

Auch der Domschatz in der St.-Ursen-Kathedrale wurde besichtigt mit seinen prächtigen Messgewändern, die früher die Bischöfe und Priester auf ihren Schultern getragen haben. Auf vielen Stoffen und Kultgegenständen ist das von Sury Wappen zu sehen. Auch das 1670 von einem von Sury erbaute Schloss Steinbrugg, Sitz der bischöflichen Verwaltung, wurde besucht.

Nicht alle hatten Platz im Schloss Waldegg

Und natürlich machte die Gesellschaft Halt auf dem Schloss Waldegg, die frühere Wohnsitz der Familie, der 1963 von den Sury dem Kanton Solothurn vermacht wurde mit einem Wohnrecht für die Familie.

«Es haben aber nicht alle im Schlosssaal Platz gehabt», lacht Felix von Sury. So ass die jüngere Generation in der Scheune zu Abend. Die älteste Teilnehmerin war 98 Jahre alt, die jüngste 3 Monate. Übernachtet haben die von Surys verteilt über die ganze Stadt. «Vom Campingplatz bis zum Hotel Bären», erzählt Felix von Sury.

Der 69-Jährige ist froh, dass er in fünf Jahren wieder als Teilnehmer an das Treffen reisen kann, das dann in Südwestfrankreich stattfindet, und er nicht mehr Gastgeber sein muss. «Die Vorbereitung hat mich Wochen, ja Monate beschäftigt», sagt er und lacht.

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