Das Konzept zeige Strategien auf, wie die Schweiz ihre räumlichen Qualitäten trotz steigender Nutzungsansprüche erhalten und stärken könne, teilte der SGV mit. Das Konzept sei kein verbindliches Instrument, sondern solle eine Entscheidungshilfe sein.

Es bilde die politische Grundlage für eine besser koordinierte, nachhaltige Raumentwicklungspolitik. Bund, Kantone, Städte und Gemeinden hatten das «Raumkonzept Schweiz» gemeinsam erarbeitet.

Mit dem SGV, dem 70 Prozent aller Gemeinden angehören, stimmte die erste Trägerorganisation dem Konzept zu. Bis im Herbst entscheiden auch der Bundesrat, die Kantonsregierungen sowie der Schweizerische Städteverband, ob sie ihre raumwirksamen Tätigkeiten auf das Konzept ausrichten wollen.

Das Konzept sieht unter anderem vor, die Schweiz in zwölf «Handlungsräume» einzuteilen: Vier Metropolitanräume (Zürich, Basel, Bern und Genfersee), fünf mittelstädtisch geprägte Regionen (Luzern, Città Ticino, Jurabogen, Aareland und Nordostschweiz) und drei alpine Gebiete (Gotthard, West- und Ostalpen).

Zusammenarbeit wird wichtiger

Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden gewinnt gemäss SGV- Präsident und Ständerat Hannes Germann (SVP/SH) an Bedeutung. Probleme kümmerten sich nicht um politische Grenzen, sagte Germann laut Redetext an der Generalversammlung.

Die geografischen Grenzen der kommunalen Aufgabenbereiche stimmten sowohl in den Agglomerationen als auch in den peripheren Gebieten nicht mehr mit den politischen Grenzen der Gemeinden überein. Deshalb werde die Zusammenarbeit weiter an Bedeutung zunehmen.

Stadt und Land als Partner

Die Folge seien interkommunale oder interkantonale Zweckverbände oder Gemeindefusionen, sagte Germann. Auch Stadt und Land seien Partner. Beide würden gemeinsam die Verantwortung für eine räumlich geordnete und wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung tragen.

Mittel- und langfristig werde nur ein gleichberechtigtes Miteinander der Städte, Agglomerationen und der ländlichen Regionen als Verbund der Gemeinden gewährleisten, dass die Herausforderungen gemeistert werden könnten. Hier stehe der nationale Zusammenhalt auf dem Spiel.

Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative

Germann sprach sich ferner für einen pragmatischen Weg bei der Umsetzung der vom Volk gutgeheissenen Zweitwohnungsinitiative aus. Der SGV begrüsse die vorgesehene Besitzstandswahrung. Alle am 11. März bereits bestehenden Wohnungen sollten weiterhin nach geltendem Recht genutzt werden können, hielt er fest.

Ein zentrales Anliegen des Verbandes sei, dass der weitere Bau von Zweitwohnungen in Sondernutzungszonen möglich sein solle. Das würde der Hotellerie ermöglichen, sich weiterzuentwicklen.

Der Verband wird sich gemäss Germann kompromisslos dafür einsetzen, dass Baubewilligungen für Zweitwohnungen nach geltendem Recht noch bis zum 31. Dezember erteilt werden können.