CIS-Sportzentrum

«Zurzeit warten wir auf Terminvorschläge»: CIS vereinbart Gespräch mit der Stadt

Das CIS-Sportzentrum behält sein unrühmliches Image als baulich marode Sportinfrastruktur

Das CIS-Sportzentrum behält sein unrühmliches Image als baulich marode Sportinfrastruktur

Die Mängelliste in den CIS-Sporthallen ist weiterhin lang. Nun soll endlich ein Gespräch zwischen Stadt und Besitzer zustandekommen, um die nötigen Besprechungen durchzuführen.

Sein Image als marode Sportstätte wird das CIS partout nicht los. Die Liste der bestehenden Mängel, die sich vor allem auf die Dreifachhalle westlich des Eingangs konzentrieren, bleibt lang. Die Rede ist von undichten Stellen im Dach, durch die Wasser sickert, zum Teil auf Beleuchtungskörper, ferner von Pfützen, und von immer noch defekten Steuerungen der Dachluken, die nur notdürftig vor der Witterung geschützt werden, von Bodenhülsen für Turngeräte, die als Stolpersteine aus dem abgesunkenen Boden hervortreten oder von ungleichmässiger Beleuchtung auf dem Spielfeld. Die Ketten, an denen zum Teil 100 Kilogramm schwere Leuchtkörper aufgehängt sind, sind laut Beobachtern ebenfalls nicht mehr intakt.

Weiter fällt der fehlende Stauraum für Turngeräte auf, die stattdessen am Spielfeldrand im Weg stehen. Und die Reinigung werde auch nur spärlich erledigt. Hinter der Tribüne sammelt sich der Schmutz – «also dort», wie ein Nutzer ausführt, «wo die Putzmaschine nicht hinkommt». Drei Heizkörper im Westflügel bilden zusammen mit dem «Sportlärm» eine unangenehm widerhallende Geräuschkulisse. Die Vorhänge, die die Spielfelder voneinander abtrennen, bieten dagegen nur wenig Abhilfe.

«Viele Vereine müssen selbst putzen»

«Es hat sich nichts geändert», so zusammenfassend die Kritik, die André Naef, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Sportvereine IGSSO anlässlich der letzten Generalversammlung aus den Reihen der Sportvereine vernommen hat. Auch hier ist die Sauberkeit zentrales Thema: «Viele Vereine müssen selbst putzen, da ausser beim Lehrlingsturnen nichts gereinigt wird.»

Immerhin kann Urs F. Meyer vom Rechts- und Personaldienst der Stadt bestätigen, dass in den Frühlingsferien zumindest an den Stromleitungen, am Licht und bei den Tribünen Arbeiten vorgenommen worden seien, wendet aber ein, dass die Halle ihrem Alter entsprechend nicht mehr für alle Sportarten optimal sei. Die Stadt ist gleichzeitig Baurechtsgeberin und Grundeigentümerin, wie auch Mieterin für die städtischen Vereine. Ebenfalls als Mieterin tritt der Kanton auf - für den Turnunterricht der Berufsschüler.

Lehrlingsturnen laut Kantonsbaumeister «nicht eingeschränkt»

Kantonsbaumeister Guido Keune seinerseits informiert: «Bis dato sind uns kleinere Mängel der Mietsache bekannt, die aber den Turnbetrieb nicht einschränken. Wir haben in der Zwischenzeit die Nutzer und Turnlehrer aufgefordert, uns eine Mängelliste zu erstellen.» Anschliessend soll die Vermieterin mit den Beanstandungen konfrontiert werden. Gleichzeitig macht man sich beim Kanton, sowie auch bei der IGSSO und bei Regionalplanungsgruppe Repla Gedanken über einen Neubau an anderem Standort (wir berichteten).

Dazu Keune: «Wir sind daran, die räumlichen und betrieblichen Mindestanforderungen für den Sportunterricht zu definieren, parallel dazu evaluieren wir auch bereits Alternativstandorte.» Gemäss André Naef steht ein gemeinsames Bauprojekt im Raum: zwei Dreifachhallen und eine grössere Halle mit einer Zuschauerkapazität von 2000 bis 2500.

Rückblick auf vergangenen Dezember: Damals noch regte sich Hoffnung über ein mögliches Ende der «Sanierungsstarre» im CIS: Für 4,51 Mio. Franken wurde die Sportanlage versteigert. Sie ging von der finanziell angeschlagenen CIS Solothurn AG, einer Tochterfirma der konkursiten Dinett Holding AG, an die Ammann Globalbau AG über. Notabene präsidiert deren Besitzer Peter Ammann mittlerweile den Dinett-Verwaltungsrat, aus deren Firmenkonstrukt das Sportzentrum herausgelöst worden war. Doch unter dem neuen Besitzer änderte sich wenig im CIS, es blieb bei einzelnen Kleinstsanierungen.

Aktuell zahlt die Stadt als Mieterin den Zins auf ein Sperrkonto, um damit Ammann in die Pflicht zu nehmen. Auch der bis 2074 andauernde Baurechtsvertrag verpflichtet den Baurechtsnehmer dazu, «die auf dem Grundstück erstellte Mehrzwecksporthalle mit Garderobe und Konsumationsmöglichkeit [...] sowie eine Tennishalle und Aussenanlagen für Tennis zu erhalten, soweit nötig zu erneuern und zu betreiben.»

Verhandlungen zwischen Stadt und Ammann zeichnen sich ab

Was «soweit nötig» ist und erneuert werden muss, darüber scheiden sich die Geister. Ammann liess die Zeitungsanfrage über allfällige Sanierungspläne einmal mehr unbeantwortet. Dafür ist aus der Stadtverwaltung zu vernehmen, dass der Baurechtsnehmer im August Unterlagen zur Aufschlüsselung der Nebenkostenabrechnung für die Hallenbenutzung durch Stadt und Kanton eingefordert habe. Wie Meyer ausführt, habe man einen Gesprächstermin im vierten (also aktuellen) Quartal in Aussicht gestellt, um über Abänderungen des Baurechtsvertrages zu sprechen: «Zurzeit warten wir auf die Terminvorschläge.»

Es wäre ein Novum: Seit der Versteigerung kam es zu keiner direkten Begegnung zwischen der Stadt und Ammann. Auf ein Gespräch wartet auch die IGSSO vergeblich, die es nach regen Versuchen im Frühling aufgegeben hat, Ammann zu erreichen. Wie Meyer weiter weiss, habe die Eigentümerschaft Offerten für Sanierungsarbeiten an den Dächern, den Böden und der Beleuchtung eingeholt. «Ob diese in Auftrag gegeben wurden, entzieht sich unserer Kenntnis.»

Der Heimfall ergibt in der Praxis wenig Sinn

Könnte die Stadt mit einem letzten Kunstgriff eine Sanierung zu erzwingen? Dazu Meyer: «Als Vertragspartei könnte die Einwohnergemeinde streng rechtlich auf die Einhaltung des Vertrages klagen oder den Heimfall geltend machen.» Aber: «In der Praxis dürfte damit wenig erreicht werden.» Von einem Heimfall mit unabschätzbaren Kostenfolgen nahm 2017 bereits Stadtpräsident Kurt Fluri Abstand. Aktuell gilt die Mietzinshinterlegung auf ein Sperrkonto. Der Kanton zahlt den Zins regulär ein – für den Moment.

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