Solothurn
Zur digitalen Zukunft gehört ein Roboter: Pepper unterstützt die Moderation am Digitaltag

Der erste Digitaltag in Solothurn findet digital statt. Ein Augenschein hinter den Kulissen im Landhaus.

Judith Frei
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Der Solothurner Digitaltag 2020 findet in der Säulenhalle des Landhaus statt. Der Event wird als Live-Stream aufgezeichnet
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Moderatorin Anita Panzer interviewt verschiedene Fachpersonen im digitalen Bereich
Beim Livestream ist viel Technik im Spiel
Charlie Schmid kratzt Roboter Pepper am Rücken
Charlie Schmid im Interview mit Anita Panzer
Markus Egger von der Glutz AG stellt neue Technologien vor
Markus Egger von der Glutz AG stellt neue Technologien vor
Pepper kann auch Emotinen zeigen

Der Solothurner Digitaltag 2020 findet in der Säulenhalle des Landhaus statt. Der Event wird als Live-Stream aufgezeichnet

Hanspeter Bärtschi

«Hallo, wie heisst du?», so unkonventionell begrüsst der soziale Roboter Pepper mit seiner kindlichen Stimme den Stadtpräsidenten Kurt Fluri auf der Bühne. Diese Frage lässt Fluri schmunzeln, und so beginnt er seine Begrüssungsrede zum Digitaltag in Solothurn. Er spricht davon, wie Digitalisierung Bildung demokratisiert, doch brauche es gleichzeitig auch digitale Bildung.

Ob seine Rede dem Publikum gefällt oder nicht, ist nicht abzuschätzen, denn es sitzt nicht unmittelbar vor ihm, sondern vor einem Bildschirm irgendwo auf der Welt und verfolgt sie via Live-Stream. Denn die Digitaltage wurden coronabedingt digital durchgeführt. Ursprünglich hätten die Vorträge und Gespräche im Uferbau stattfinden sollen, am Dienstag fanden sie dann aber auf zwei Live-Streams statt.

Eine Interaktion zwischen Zuschauenden und den Vortragenden war auch in dieser Form möglich. Man konnte Fragen und Bemerkungen per E-Mail stellen. «Dieser Anlass ist dafür da, dass wir ein Gespräch mit der Bevölkerung über die Digitalisierung führen», sagt Esther Luterbacher, Co-Geschäftsführerin Standortförderung espaceSolothurn.

Verschiedene Kameras und eine Regie

Luterbacher steht in der Säulenhalle im Landhaus. Neben dem Uferbau werden hier die Live-Streams produziert. Jetzt ist gerade Pause, trotzdem herrscht konzentrierte Stimmung. Die Moderatorin, Anita Panzer, bespricht sich mit den nächsten Sprechern. Wer steht wo? In welche Kamera muss geschaut werden? In wenigen Minuten, nach nur zehn Minuten Pause, geht das Programm weiter: «Präsentationen aus dem Foyer» steht an.

Ursprünglich hätte diese Präsentation eine Ausstellung sein sollen, bei der verschiedene Exponenten zur Digitalisierung in der Säulenhalle ihre Produkte und Ideen ausstellen konnten. Diese Ausstellung findet jetzt nur innerhalb von einer Stunde statt, die Ausstellenden haben wenige Minuten Zeit, ihr Produkt oder ihre Ideen vorzustellen. Und schon geht es los: Als Erstes erklärt Beat Strähl, wie das Museum Enter die Geschichte der Digitalisierung dokumentiert. Zwei Kameras sind auf den Vortragenden gerichtet, die Regie sitzt hinter grossen Bildschirmen, der Ton wird direkt abgemischt. «Wir haben drei Kamerateams engagiert», erklärt Luterbacher flüsternd. So sind insgesamt 12 Personen dafür zuständig, dass der Live-Stream auch funktioniert.

Zur digitalen Zukunft gehört ein Roboter

Während der Präsentationen macht Pepper, der humanoide Roboter, den Eindruck, dass er interessiert zuhört. Manchmal begrüsst er die Sprechenden auf der Bühne. Mit seiner kindlichen Stimme fragt er, wie die Person heisst. Manchmal sagt er «Digital ist cool!» oder fragt, ob man ihn am Rücken kratzen könne, und kichert dabei. Der Roboter soll die Moderation unterstützen und gleichzeitig aufzeigen, wie weit die Technik in der Robotik ist. «Pepper ist kein Spielzeug, soll aber spielerisch die Möglichkeit der Technik aufzeigen», erklärt Sylvia Stocker. Ihrem Unternehmen Arabesque, für menschenzentrierte Robotiklösungen, gehört Pepper.

Er soll den Fortschritt der Technik direkt erlebbar machen. Er ist aber nicht für die Bühne geschaffen, sondern soll in Geschäften, in der Hotellerie oder auch in Altersheimen zum Einsatz kommen, indem er Informationen weitergibt oder Gedächtnistrainings macht. Er ist so konzipiert, dass Menschen auf ihn ansprechen: grosse runde Augen, eine hohe Stimme, kleine Statur. «Wäre der Roboter grösser als eine erwachsene Person, würde das bestimmt Furcht einflössen», meint Stocker. Pepper reagiert auf seine Umgebung und hinterlässt den Eindruck, dass er seine Umgebung wahrnimmt. Wenn man mit ihm spricht, antwortet er nicht spontan. Alle Antworten wurden vorprogrammiert.

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