Es sollte das Highlight seines schwimmerischen Jahres werden: Romano Mombelli wollte letzte Woche den Ärmelkanal durchschwimmen. Seit Monaten hatte sich der Solothurner Extremschwimmer intensiv darauf vorbereitet. In Bündner Bergseen gewöhnte er sich an die kalten Temperaturen, im Hallenbad in Solothurn legte er Länge um Länge zurück und schliesslich reiste er nach Jersey ins Trainingslager, um direkt im Kanal zu trainieren.

Vor einer Woche war es dann soweit: Mombelli reiste mit seinem Team nach Dover und holte sich im Hafen der englischen Küstenstadt den letzten Schliff. Am Donnerstagmorgen um 7.00 Uhr startete die Durchquerung.

«Ich war körperlich fit und gut unterwegs. Von der Kälte merkte ich gar nichts», so Mombelli. Nach etwas über fünf Stunden hatte er bereits mehr als die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Ohne Ermüdungserscheinungen war er gut in der Zeit. Doch auf einmal streikte sein Körper und zwang ihn zur Aufgabe. 

Das kalte Wasser verengten seine Gefässe, er konnte plötzlich nicht mehr Wasser lassen. Dies wiederum bedeutete, dass er keine Flüssigkeit mehr aufnehmen konnte, was zu Krämpfen in seinen Beinen führte. Hätte er weitergemacht, hätte er sich von innen vergiftet und seine Organe beschädigt. Mombelli wurde zur Aufgabe gezwungen. «Wir wussten, dass dies ein Faktor ist», so der Solothurner. Doch sei dieses Phänomen, welches zwar selten vorkomme aber nicht unbekannt sei, bei ihm bisher noch nie aufgetreten.

Das Tragische an der Geschichte: Nach der monatelangen Vorbereitung fühlte sich Mombelli körperlich auf der Höhe. Bereits zwei Tage danach hätte er, wie er meint, schon den nächsten Anlauf nehmen können. «Es war ein einziger Faktor, der eine Kettenreaktion auslöst.» Und das ganze Abenteuer scheitern liess. Doch: «Das Scheitern gehört bei diesem Sport dazu. Aus dem Misserfolg lernt man, und beim nächsten Mal kann man es besser machen», gibt sich Mombelli kämpferisch. So will er nun an Masse zulegen und vermehrt im Salzwasser trainieren. Wie es dann weiter geht, weiss er noch nicht. Die Planung für das anstehende Jahr will er in den nächsten Wochen in Angriff nehmen. «Zuerst brauche ich etwas Abstand.»