«Zart 2020»
Zum 2000-Jahr-Jubiläum ist die Stadt Solothurn jetzt auch ein Ausstellungsraum

Die Ausstellung Zart 2020 in Solothurn wurde am Samstag offiziell eröffnet. Sie ist Teil des 2000-Jahr-Jubiläums.

Judith Frei
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Eindrücke der Ausstellung Zart 2020
13 Bilder
In der Unterführung Baseltor hat der Solothurner Künstler Nicolo Bernasconi den schon seit Jahren geschlossenen Kiosk zum Leben erweckt.
Verkauft wird nichts, ausgestellt werden uns bekannte Produkte. Alle Produkte sind weiss und nur der Form nach erkennbar. Der Künstler setzt sich hier kritisch mit den Konsumgütern auseinander: Er sieht diese als Projektionsflächen.
Der Kiosk hat flexible Öffnungszeiten.
Immer anschauen kann man die dekorierten Deckenlampen in der Unterführung.
Im Baseltor, genauer im Bollwerk, kann man dieses Objekt von Sonja Feldmeier sehen. Die Fichte ist eine Flöte und ein Rammbock, der vom Stadtinneren gegen aussen gerichtet ist.
Der Titel «Breaking Home» lässt eine Auseinandersetzung mit der Heimat vermuten. Das «vielschichtige und poetische Werk», wie es Anna Bürkli beschreibt, ist eindrückliches Kunsthandwerk, gleichzeitig wirft es Fragen auf und regt zum Nachdenken an. Der Ausstellungsraum ist nur nachmittags offen.
Das Pneu-«Collier» der Genferin Delphine Reist auf dem Dornacherplatz nimmt die Thematik der Mobilität auf.
Die ineinander geflochtenen Pneus sind an einer Strassenlaterne fixiert und können sich nicht mehr bewegen. Das soll symbolisch die verkehrsberuhigte Vorstadt und die stehenden Autos im Berntor Parkhaus unter dem Kunstwerk darstellen.
Ähnlich wie in der St.-Ursen-Kathedrale spielt hier der Ausstellungsort die Hauptrolle. Die LED-Lichter an den Fenstern der Jesuitenkirche greifen die Farben der Wandgemälde auf.
Am Standort des alten Berntors macht der österreichische Künstler Rainer Prohaska auf die Bestrebungen aufmerksam, das historische Tor wieder aufzubauen.
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Dieses Werk, welches einen ausschliessenden Charakter aufweist, steht im Gegensatz zur «Porte Jaune» auf dem Kreuzackerplatz, welches einladend ist und zum Verweilen auffordert.

Eindrücke der Ausstellung Zart 2020

Tom Ulrich / fotomtina

In Solothurn kann man seit einiger Zeit Ungewöhnliches sehen. Das Augenfälligste ist das gelbe Tor auf dem Kreuzackerplatz. Dieses Werk ist eines von 20 Werken, die im Rahmen der Ausstellung Zart 2020 gezeigt werden. Am Samstag wurde sie offiziell eröffnet.

«Wir wollen, dass Solothurnerinnen und Solothurner durch die Kunst die Stadt neu entdecken», erklärt Anna Bürkli, Kuratorin Zart 2020. So sind jeweils nicht nur die Kunstwerke beschrieben, sondern auch die historische Entwicklung des Ausstellungsorts. Einige Orte sind normalerweise nicht öffentlich zugänglich, andere sollen durch die ausgestellten Objekte anders wahrgenommen werden.

Manchmal spielt der Ausstellungsort die Hauptrolle und die Kunst weist auf gewisse Dinge im Ausstellungsort hin. So zu sehen in der Jesuitenkirche, wo die ausgestellte Kunst die Opulenz des Raums unterstreicht. Noch sind nicht alle Werke ausgestellt, da durch die Corona-Pandemie einige Arbeitsprozesse erschwert wurden. Hier zeigen wir sechs ausgewählte Werke der Ausstellung und erklären, was dahintersteckt. Die Ausstellung findet bis zum 29. September statt. Mehr Informationen unter www.zart2020.ch oder an jeder Station durch den QR-Code abrufbar.