Märetszene Solothurn
Zufrieden mit dem Buechibärger Märet: «Wir haben unsere Stammkunden hier»

Der kleine Weststadt-Märet wurde am Montag aufgegeben, auf dem etwas grösseren Buechibärger Märet in der Vorstadt herrscht dagegen nach zehn Jahren Zufriedenheit pur. Nicht zuletzt dank Thementagen wie dem Chästag habe sich der Märet etabliert.

Wolfgang Wagmann
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 Der Buechibärger Märet wird seit zehn Jahren auf dem Rossmarktplatz abgehalten.
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 Gluschtige Fleischwaren der Metzgerei Riesbacher in Lohn.
 Bauernbrot aus Gossliwil.
 Der Kürbis hat wieder seinen grossen Auftritt.
 Der Dornacherbrunnen gibt die ideale Märet-Kulisse auf den Rossmarktplatz ab.
 Daniela Meister steht für Buechibärger Chäs am Stand.
 Beatrix Wyss hat alle Hände voll zu tun.
 An Kundschaft fehlt es wahrlich nicht.
Märet Solothurn
 Auch heimisches Obst gibt es zu kaufen.

Der Buechibärger Märet wird seit zehn Jahren auf dem Rossmarktplatz abgehalten.

Wagmann Wolfgang

Am Montag waren die drei Standbetreiber des kleinen Weststadt-Märets letztmals an der Brunngrabenstrasse anzutreffen. Auch zurückgegangene Umsätze hätten für die Kapitulation gesorgt, so die Betreiber. Doch wie sieht die Situation am anderen «Klein-Märet», dem Buechibärger Märet auf dem Rossmarktplatz aus?

«Chöiter am haubi vieri nomou cho? Beatrix Wyss vom Buechihof in Leuzigen hat alle Hände voll zu tun. Die Spital-Schwesterngemeinschaft braucht frisches Gemüse – eine Grossbestellung wie fast jede Woche. Der Kunden-Zustrom reisst nicht ab. «Wir haben uns auch über unsere Thementage positioniert», kann sie einen Satz loswerden. Der Chästag ist der grösste, aber auch der Obsttag am 31. Oktober wird viel Volk auf den Rossmarktplatz bringen. Der Wyss-Stand ist ebenfalls am Altstadt-Märet mittwochs und samstags vor Bücher Lüthy anzutreffen – den Buechibärger Märet möchte man jedoch nicht missen.

«Wir wären gerne dort geblieben»

«Seit zehn Jahren sind wir dabei und zufrieden, wie es läuft», erklärt Lisabeth Rüfenacht, die zusammen mit Heidi Stuber aus Gosswil das Brot backt, welches das Hauptangebot am Stand ausmacht. Auch sie ist am Samstagsmäret anzutreffen; neben den Backwaren hält sie Trockenwürste und Angus Beef aus der Eigenproduktion feil. «Wir haben unsere Stammkunden», kann auch sie bestätigen. Angesprochen auf das Intermezzo, als der Märet wegen der Umgestaltung des Rossmarktplatzes in den Kreuzacker ausweichen musste, meint Rüfenacht: «Wir wären gerne dort geblieben. Das wollte man nicht. Aber wir sind auch hier zufrieden.»

Zwar fehlt für einmal ferienhalber der Kräuterstand, der das Fünfer-Feld rund um den Dornacherplatz komplettiert. Und Regula Stuber mit dem Wagen ihrer Metzgerei Riesbacher aus Lohn stösst etwas später dazu. Sie präsentiert ihre eigenen Wurstwaren, aber auch Frischfleischspezialitäten seit drei Jahren in der Vorstadt. «Seit ich den Wagen habe, mache ich deutlich bessere Umsätze.» Am Donnerstagnachmittag bleibe die Metzg wegen des Märets geschlossen –auf den in der Vorstadt sei sie ebenso angewiesen wie auf die Marktbesuche in Büren an der Aare oder in Bolligen.

«Buechibärger Chäs» ist der Trumpf von Daniela Meister, die seit neun Jahren für die Familie Schluep in Nennigkofen den Rossmarktplatz aufsucht. «Das Mutschli machen wir selber, den Rest kaufen wir zu, zum Beispiel von der Käserei Oberwil.» Auch sie zählt auf ihre Stammkundschaft, die vor allem am Feierabend auftauche. Deshalb bleibt der Märet auch bis 19 Uhr sur Place. Noch steht für die Standbetreiberin einiges an - so der Chästag in Huttwil oder der Wienachtsmäret in der Vorstadt, ehe auch der Buechibärger Märet bis im März seine Winterpause einlegt.

Der Mittwochmäret ist am Aufblühen

Doch wie sieht die Situation bei der "grossen Konkurrenz" oben in der Altstadt aus? Der langjährige Chef der Marktpolizei, Fritz Jenzer, kennt sie genau. «Ja, der Mittwochmarkt ist besser besetzt als auch schon. Das hat damit zu tun, dass es am Samstag nicht immer Platz für alle Interessenten hat und sie auf den Mittwoch ausweichen. Und offenbar gibt es heute mehr Marktfahrer, die auch unter der Woche Zeit für eine Präsenz finden.»

Differenzierter sieht Jenzer die Situation am Monatsmäret. «Oben, vom Bieltor bis zum Kronenplatz wollen alle hin.» Bewährt habe sich die Verlegung des Handwerkermarkts von der wenig belebten Theatergasse in den östlichsten Teil der Hauptgasse, wogegen die eigentliche Problemzone der Klosterplatz bleibe. «Es gibt einige Marktfahrer die unbedingt dort verharren wollen, auch wenn die Frequenzen viel schlechter als früher sind.» An sich würde man den Markt gerne in der Gurzeln- und Hauptgasse konzentrieren, denn alle Belebungsversuche des Klosterplatzes, beispielsweise mit einem Rösslispiel, hätten nichts gefruchtet. Nicht schwarz sieht der Chef der Marktpolizei für den Bucheggberger Märet am Rossmarktplatz – zumal auch dort die generellen Standpreise mit dem Fünfliber pro Laufmeter sehr moderat seien.