Leerstehende Läden mit innovativen Verkaufskonzepten neu beleben. In ihrem Acht-Wochen-Laden am Friedhofplatz führte Ursina Steinbeck zusammen mit rund 20 engagierten Helfern über den Jahreswechsel das bereits bestens bekannte und weit verbreitete Format der Pop-Up-Läden zum Erfolg. Die Freude am Ausstellen und die Bewunderung für das Geschaffene standen dabei im Vordergrund.

Und um nichts anderes geht es im zweiten Streich von Ursina Steinbeck, der an der Goldgasse 4 seit Samstag in Form eines Ladens auffällt. Ursprünglich ebenfalls als Pop-Up-Laden geplant, verdeutlicht ein Ladenschild, dass der Initiantin längst kein Provisorium mehr vorschwebt. Unter dem Namen «Unikate» sollten hier Antikes und Rares, Handwerk und Wohnen im Vordergrund stehen – über vier Monate bis Ende August.

Ursina Steinbeck im Pop-Up-Store am Friedhofplatz. (Archiv)

Ursina Steinbeck im Pop-Up-Store am Friedhofplatz. (Archiv)

Doch mittlerweile sind daraus dauerhafte Absichten geworden. Und so findet nach dem August ein «Ladentausch» statt: Die Modeboutique Grandios von Nanette Ott schräg gegenüber und «Unikate» wechseln gegenseitig den Standort. «Und dann bleiben wir dauerhaft dort», kommentiert Steinbeck. «Wir», das sind sie und der Tischler Friedrich Aldrup, die im Konzept von «Unikate» zur Symbiose zusammengefunden haben.

Eine Berufung gefunden

«Nach dem erfolgreichen Zwischenspiel auf dem Friedhofplatz hatte ich das Bedürfnis, wieder einen Laden führen zu können», erinnert sich Steinbeck. Mit der Absicht, am Abend einen geeigneten Laden gefunden zu haben, verliess sie eines Morgens ihre Wohnung – und ward erfolgreich. Auf einen Tipp hin gelangte sie an die leerstehende Liegenschaft, wo sich vorhin Beat Roemmels «Home& Style»-Laden befand.

Und durch den Schulterschluss mit Friedrich Aldrup fand sie den richtigen Weggefährten. Er hatte bereits im «Acht-Wochen-Laden» mitgewirkt. Und: «Ich war längstens auf der Suche nach Ausstellungsräumlichkeiten ausserhalb meines Ateliers an der Dammstrasse. Dabei peilte ich einen Standort in der Altstadt an», sagt Aldrup.

Gutes Zusammenspiel

Tatsächlich ergänzen sich ihre Ideen, sagen die beiden Pioniere. Während Ursina Steinbeck ausgesuchte alte bis antike Trouvaillen in Kommission weiterverkauft, zeigt Aldrup seine Möbelkreationen, die vom Upcycling-Holztisch über Regale bis hin zum kompletten Bettgestell aus Edelhölzern mit Bettinhalten aus Naturmaterialien führt. Darüber hinaus bietet der Tischlermeister auch Neukreationen, wie Reparaturen und Restaurationen im Interieur-Bereich an.

«Wir verbinden hier das Alte mit dem Neuen», sagt Friedrich Aldrup. Und für Steinbeck ist entscheidend, was auch schon am Friedhofplatz entscheidend war: Nämlich das schöne Alte vor der Abfallmulde zu retten. «Und vielen Leuten sind ihre alten Objekte zu schade für die Brocki – selbst wenn sie sie selbst nicht mehr brauchen. Und so bieten sie sie mir an.» Auf dass die Trouvaillen noch jemand anderem Freude bereiten können.

Bis Ende August wird das Geschäft monatlich einen neuen Schwerpunkt haben: Nach dem Mai mit diversen Objekten, steht im Juni das Thema «Rosa und Rosen» im Vordergrund. Der Juli ist der Tafelware gewidmet, während im August Weissware und Wandlampen zu sehen sind.