Gastkolumne
Zu Hause

Koen de Bruycker
Koen de Bruycker
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Blick auf die Stadt Solothurn.

Blick auf die Stadt Solothurn.

Andreas Kaufmann

Solothurn: Vor einiger Zeit spazierte ich nach einer Sitzung durch die Altstadt und plötzlich wurde mir klar: Hier bin ich zu Hause. Ein spezielles Gefühl, das mir viel bedeutet. Als ich vor 14 Jahren aus Belgien in die Schweiz kam, habe ich mich nämlich gefragt, ob ich einmal wieder dieses Gefühl bekommen würde.

Es gibt mehrere Gründe, wieso Solothurn für mich ein Zuhause geworden ist: die wunderschöne Altstadt mit der Aare, der Jura mit dem Weissenstein, die Offenheit der Solothurner meiner Person gegenüber, die Familie, die in Solothurn verwurzelt ist, die Freundschaften, die Berufung als Pfarrer, das soziokulturelle Leben und die vielen wunderbaren Erlebnisse.

Ja, ich verstehe, wieso im Solothurnerlied vom Heimweh die Rede ist.

De Haan: Während unserer Ferien verbleibe ich mit der Familie immer wieder in De Haan an der belgischen Küste. Wenn ich an dieses Städtchen denke, wird es mir auch warm ums Herz und ich rede auch von meinem Zuhause, wenn De Haan irgendwann zur Sprache kommt.
Es gibt mehrere Gründe, wieso dieses Städtchen ebenfalls das Gefühl, zu Hause zu sein, weckt: das Wiedersehen mit Eltern, Geschwistern und alten Freunden, das Meer mit den Gezeiten, die gut erhaltenen Gebäude aus der Jugendstilzeit, der Sonnenuntergang, der feine Fisch, die besten Pommes frites und die vielen tollen Momente.

Ja, ich verstehe, wieso Jacques Brel ein Lied der Nordsee gewidmet hat.

Himmel: Was das weitere Leben bringt, weiss ich nicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch ein dritter Ort in der Zukunft fast ‹Himmel auf Erden› werden kann, wenn der Ort schön ist, wenn die Menschen mir gegenüber offen sind, wenn neue Freundschaften entstehen, wenn beim Essen das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn ich mich als Person weiterentwickeln kann und sich viele schönen Erfahrungen zusammenfügen.

Für den Schluss meines Lebens hoffe ich letztlich, dass der Tod wie ein Heimkehren ist. Der Himmel als letztes Zuhause wäre wirklich nicht schlecht.