Zusammen mit den Sozialen Diensten und dem Stadtbauamt lud der Seniorenrat Ende Mai 2016 zu einem Workshop ein. Gut einen Monat später konnten die Resultate in Anwesenheit des Stadtpräsidenten, Kurt Fluri, diskutiert und ergänzt werden. Ziel des Workshops war es, Bedürfnisse zusammenzutragen, in einen grösseren Planungskontext zu setzen und zu bewerten.

Daraus entstanden Handlungsempfehlungen für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit. Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, dass im «Weitblick» aber auch bei anderen Areal- und Quartierentwicklungen Lebensräume entstehen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Generationen gerecht werden.

Der nun vorliegende Bericht fasse Empfehlungen an die Verantwortlichen der Stadt Solothurn und an interessierte private oder gemeinnützige Investoren zusammen, die auf den zu entwickelnden Arealen Projekte umsetzen möchten. Das heisst es in einer Mitteilung der Stadt. Altersgerechtes Wohnen und Leben betrifft soziale Aspekte, Freizeit und Kultur, öffentliche Infrastrukturen sowie die Wohnraum- und Gewerbeentwicklung.

Für die Quartierentwicklung empfehlen Seniorinnen und Senioren folgende Punkte mit hoher Priorität: Es sollen sozial- und altersdurchmischte Wohnmöglichkeiten realisiert sowie Räume mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten vorgesehen und erhalten werden, die Stadt soll sich für günstigen Wohnraum engagieren, die Quartierarbeitsstelle verlegen und deren Dienstleistungsangebote erweitern. Weiter sind Investoren mit visionären Ideen zu suchen und zu bevorzugen sowie Räume zum Mieten für Alle bereitzustellen, es wird ein «Kofmehl für Senioren» gewünscht.

In zweiter Priorität wünscht sich der Seniorenrat einen «Quartierabwart», der sich um alle Belange im Quartier kümmert, ein Angebot für einen altersgerechten Alltag, beispielsweise ein Gesundheitszentrum, bei Bedarf Pflegewohnungen und / oder ein Alters- und Pflegeheim, die Möglichkeit von genossenschaftlichem Wohnen, regelmässige Informationen zur Quartierplanung und –entwicklung, eine Café-Bar als Treffpunkt, viel parkähnlicher Grünraum mit altersgerechter Infrastruktur sowie eine optimale Erschliessung des Quartiers mit öffentlichem und privatem Verkehr, wobei Kurierdienste gefördert werden sollen.

«Die Senioren und Seniorinnen denken, dass sie selbst wesentlich zu einem lebendigen Quartierleben beitragen können, sei es als Ansprechpartner, in der Unterstützung von Familien und Quartierbewohnern oder als Verantwortliche für Quartieraktivitäten», heisst es. (sks)