Solothurn

Zoff bei der Solothurner Gewerbevereinigung

Die Rechnung 2011 der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn schliesst mit einem Verlust von 51 000 Franken ab. Schuld sind die Geschenkgutscheine.

Die Rechnung 2011 der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn schliesst mit einem Verlust von 51 000 Franken ab. Schuld sind die Geschenkgutscheine.

Die gut 1000 Aktien der Rythalle AG im Besitz der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSO werden nicht breiter gestreut: Ein entsprechender Mitglieder-Antrag wurde an der Generalversammlung im Stadttheater gar nicht erst behandelt.

Präsident Christoph Rölli meinte am Mittwochabend nur knapp: «Der Vorstand hat beschlossen, den Antrag nicht zu behandeln, weil er statutenwidrig ist.»

Es gehe nicht an, das Vereinsvermögen unter die Mitglieder zu verteilen, wandte sich Rölli schroff an die Adresse der rund 40 Mitglieder, die den Antrag unterzeichnet hatten. «Wir wollen unsere Position der Stärke bewahren», verwies er auf erreichte Schritte wie den Verzicht auf die Socasa im Frühling oder die Neubesetzung des HESO-OKs. Dies sorgte für einige schroffe Voten.

Die Crux der Gutscheine

Wichtiger Hintergrund für den Entscheid war auch die neu erkannte, negative Situation bei den Geschenkgutscheinen der SGSO (wir berichteten). Vizepräsident Markus Boss, erläuterte den 104 Mitgliedern, wie man durch einen Systemwechsel bei der Erfassung der eingelösten Geschenkgutscheine ab Anfang 2011 auf ein unerfreuliches Phänomen gestossen sei. Statt wie bisher angenommen 3 Prozent nicht eingelöster Gutscheine, die man jeweils der Geschenkgutschein-Rechnung gutgeschrieben habe, sei der Prozentsatz wesentlich tiefer.

Konkret habe man 2011 statt der budgetierten 65 000 Franken Einnahmen aus nicht eingelösten Gutscheinen gar keinen Erlös mehr verbuchen können. Schlimmer noch: Mit den vorherigen Falschschätzungen und den aufgelaufenen Mindererträgen habe eine Unterdeckung der Bilanz gedroht, was zu Sofortmassnahmen geführt habe: Die Aktien der Rythalle AG wurden statt mit 50 000 neu mit dem Fast-Realwert von 300000 Franken bewertet, die auf Null abgeschrieben Weihnachtsbeleuchtung neu mit 250000 Franken eingesetzt.

«Das ist völlig legal. Und vor allem ist unsere Liquidät hervorragend», konterte er den wegen der Weihnachtsbeleuchtung von Conrad Stampfli erhobenen Vorwurf der «Bilanz-Kosmetik». Die konsolidierte Gesamtrechnung 2011 der SGSO schloss nach Sparmassnahmen wie dem Verzicht auf 10 000 Franken Vorstandhonorare mit einem Verlust von 51 000 Franken ab.

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