Strohballen, geflochtene Körbe, Holzharassen, leuchtende Sonnenblumen, liebevoll präsentierte Produkte und gut gelaunte Marktfahrer und Besucher – das machte auch in diesem Jahr den Historischen Märet zur Attraktion, die nebst den üblichen Märetgängern auch viele Touristen anzog. Nostalgie pur in der attraktiven Innenstadt, die sich an den Markttagen im Sommer ohnehin schon von ihrer schönsten Seite zeigt.

Für einmal konnte man an diesem speziellen Samstagmorgen nicht nur etwas kaufen, sondern auch altes Handwerk kennen lernen, einem temperamentvollen Geschichtenerzähler zuhören, der über längst vergangene Zeiten berichtete, und schöne Trachten bewundern. Da ein Häufchen Jodler, dort engagierte Alphornbläser und nimmermüde Drehorgelspieler sowie ein frisches Bauernmädchen an der Handharmonika, dem man gerne noch ein bisschen mehr Zeit gewidmet hätte. Doch das Gedränge war gross inmitten der zum Teil aufwendig geschmückten Marktstände.

Wie zu Gotthelfs Zeiten

«Es ist einfach schön und wie in den Ferien. Ich geniesse es, den Leuten zuzuschauen», sagt eine junge Frau. Ein anderer Besucher, der an bester Lage auf dem Märetplatz seinen Kaffee trinkt, sinniert: «Eigentlich sollten sich gewisse Stände das ganze Jahr hindurch so präsentieren.» Ein bisschen abseits vom Geschehen schlägt Urs Gysin von der gleichnamigen Polsterei kleine Nägel in einen umgekippten Stuhl. «So einen Anlass sollte man öfters machen», sagt auch er und lacht.

«Dieser Arbeitsplatz gefällt mir besser als mein Keller zu Hause.» Hinter dem Stand der Wildkräuterfrau Marianne Brändle aus Altreu hängt Stück an Stück mit Rüschen und Spitzen verzierte weisse Unterwäsche wie zu Gotthelfs Zeiten an einer langen Wäscheleine. Gegenüber steht das reichgeschmückte Bregg von Hanspeter Hohl. Am Rand ein Korb mit Kartoffeln, die für 50 Rappen pro Kilo zu haben sind. Die Familie Hohl aus Attiswil hat viel Aufwand betrieben. Trotzdem werden die Einnahmen nicht höher sein als an anderen Samstagen. «Hauptsache ist, dass wir den Besuchern zeigen können, wie es früher war.»

«Ich bin ein wenig enttäuscht, dass sich nicht mehr Besucher historisch gekleidet haben», bedauert Erika Fischer. Restlos zufrieden ist dagegen die neue Präsidentin der IG Märet, die den Anlass jeweils organisiert. Vereinzelten Kritikern hält Elsbeth Lanz entgegen: «Wir müssen uns an die Lebensmittelverordnung halten und können deshalb leider nicht alles so anbieten, wie es früher war.»